Roberta Bergmann: Kopf frei für den kreativen Flow

Kreativ sein, von Vorgaben abweichen, mit der ungewohnten Hand die Zähne putzen, das Hemd linksherum anziehen, mal in Gummistiefeln tanzen gehen, die Wand quietschgelb streichen oder einen anderen Weg nehmen, einen neuen, dann erst recht, wenn es in diesem noch keine Fußstapfen gibt, in die ich treten kann: Will ich ausgetretene Pfade verlassen, brauche ich Mut, muss durchs Unterholz kriechen, selbst wenn dort Zecken und Spinnen lauern.

Kreativ sein lässt sich lernen, jederzeit und um so mehr in dieser Zeit, in der so viele Dinge plötzlich ungewohnt und anders sind. Gibt es weder Hefe noch Klopapier, muss ich eben sehen, was ich stattdessen nutzen kann.

Das Buch „Kopf frei für den kreativen Flow“ wartet bereits zwei Jahre geduldig im Regal. Jetzt ist der Moment gekommen, ich muss nicht mehr mit vielen Bällen gleichzeitig jonglieren, Corona sei Dank, und kann nachsehen, was im Bücherregal alles noch ungelesen steht.

„Menschen werden als kreativ bezeichnet, wenn sie fähig sind, unkonventionell (=frei) zu denken, aus vorgegebenen und verfestigten Strukturen auszubrechen, neue und unbekannte Wege zu beschreiten, aus sich selbst heraus zu schöpfen, zu experimentieren, um damit auf neue Ideen, Verbindungen und Lösungen zu kommen“, schreibt Roberta Bergmann.

Sie stellt in ihrem Buch den kreativen Prozess vor, der als solcher weder an ein Alter, noch ein Geschlecht oder einen Schulabschluss gebunden ist.

Prima. Jeder kann kreativ. Ich auch.

Der Fragebogen will mir zeigen, welcher Kreativ- und Arbeitstyp ist bin und es gibt Tipps, wie ich mir einen kreativitätsfördernden Ort einrichten kann.

Vierzig Rezepte folgen: Ich soll einfach anfangen, ob mit Plan oder ohne, Roberta zeigt, wie ich Ideen und Material sammeln kann, verweist auf die Klugheit von Kinderfragen und überhaupt deren Perspektive. Mit Hilfe von Übungen und Reflexionen kann ich herausfinden, wer ich bin und was ich eigentlich will.

Durchhalten, weitermachen…

„Stell alles auf den Kopf“, heißt es und so suche ich kopfüber nach Inspirationen und verabrede mich am nächsten Tag zu einem Rendezvous mit mir selbst – da kann ich auch mit dem Corona-Virus den gebotenen Abstand halten. Die Aufforderung zum kreativen Chaos wäre dagegen nicht nötig gewesen, jedenfalls bei mir nicht, diese kreative Anforderung erfülle ich schon immer mit Leichtigkeit und Vergnügen. Ich erinnere mich noch an das entsetzte Gesicht einer Tante, als beim Auspacken der Ferientasche Zahnbürste an Stiefelsohle geschmiegt zum Vorschein kam.

 

 

Hilft alles nichts, hat Roberta Bergmann im zweiten Teil 15 Rezepte parat: Mit diesen lassen sich kreative Blockaden leicht verarzten.

Kennengelernt habe ich Roberta in Wolfenbüttel, wir nahmen beide an einer Schreibwerkstatt in der Bundesakademie für kulturelle Bildung teil. Sie ist Sach- und Bilderbuchautorin, Dozentin für Gestaltung und freiberufliche Künstlerin, Illustratorin und Buchgestalterin.

„Kopf frei für den kreativen Flow“ erschien im Haupt Verlag Bern, das Buch kann auf der Webseite der Autorin www.robertabergmann.de, beim Verlag oder beim örtlichen Buchhändler bestellt werden und kostet 26 Euro. Wer noch mehr kreativen Input von Roberta Bergmann haben möchte, bitte sehr, der kann sich auf ihrer zum Buch passenden Seite „Der kreative Flow“ und dem dortigen Podcast folgen, kommt in die Facebook-Gruppe „Der kreative Flow“,  oder folgt entweder Roberta Bergmann oder dem „kreativen Flow“ auf Instagram.

ISBN 978-3-258-60176-2

Setz dich in Bewegung. Genau. Das mache ich jetzt.

Das Buch habe ich vor zwei Jahren selbst gekauft, bezahlt und mit einer Widmung von Roberta erhalten.

Ein Gedanke zu „Roberta Bergmann: Kopf frei für den kreativen Flow

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