Licht bis nach unten

fronleichnamswanderung 083

ein Hutewald.

Unsere Welt, in der wir leben, wurde von Menschen einst so gemacht, auch wenn uns vieles heute so nat├╝rlich scheint, als sei es schon immer so gewesen. Die Eichen stehen relativ einzeln am Waldrand, doch innen sind noch mehr von ihnen: Da sie viel Licht durch ihr Laub lassen, w├Ąchst unten Gras f├╝r Schafe und K├╝he, oben auf ihnen die Eicheln im Herbst f├╝r die Schweine. Dabei treibt kein Bauer mehr die Schweine in den Wald, w├Ąhrend hin und wieder K├╝he auf Weiden stehen. Doch auf diesen bieten keine Eichen mehr Schutz vor Sonne und Regen.

Unter diesem Eichen war es so sch├Ân, die warmen Sonnenstrahlen reichten aufs Gras, Insekten summten und Zweige fl├╝sterten. Ich w├Ąre so gerne noch eine Weile geblieben, doch der Mitbewohner war hungrig. So zogen wir weiter zur Wirtschaft.

F├╝r ein Kriegsschiff wurden 700 Eichenst├Ąmme verbaut, die m├Âglichst lang und gerade gewachsen sein sollten. Nicht nur f├╝r Fachwerkh├Ąuser und Dachst├╝hle, M├Âbel und Heizung wurde Holz gebraucht, sondern auch f├╝r Fundamente: Selbst das Deutsche Nationaltheater in Weimar steht auf mehr als 1800 h├Âlzernen St├╝tzpfeilern. Ebenso wurde Holz f├╝r die deckenspannende Weite der Kathedralen gebraucht, als Schalung, auf denen Stein f├╝r Stein gemauert wurde, bis mit dem Einsetzen des Schlusssteins alles hielt. Wer Kupferstiche oder Gem├Ąlde aus dieser Zeit genau betrachtet, wird sehen: Viel Wald gab es nicht mehr. Die meisten Kuppen und H├╝gel, die heute dicht bewaldet sind, waren damals ziemlich kahl. Es wurde viel mehr Holz verbrannt, als nachwachsen konnte.

Das ist mein Beitrag f├╝r Black&White von Czoczo. Und weils so sch├Ân ist, auch f├╝r den Schwarz-Wei├č-Blick bei Frauke.

Damit der Vergleich m├Âglich ist: Noch die Variation in Farbe. Die Eichen schieben erst ganz langsam ihr Laub aus den Knospen.

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Der Hutewald.

11 Gedanken zu „Licht bis nach unten

  1. Was f├╝r ein feiner Blogbeitrag. Text und vor allem die beiden Bilder bilden genau den richtigen Rahmen.
    Liebe Gr├╝├če
    moni

  2. aber habe ich irgendwo geh├Ârt …so ganz Tragisch ist nicht mehr . Inzwischen die W├Ąlder wachsen ( wen die d├╝rfen ) leider in Unsere Zeit Wird nicht mehr Wald gebraucht sonder fl├Ąche um Raps zu zu Pflanzen . Wenn man so durch die gegend f├Ąhrt ├╝berall sind die Felder Gelb von Raps …und die Menscheit Hungert in Afrika . Traurig aber war
    Tolle beitrag !

    • Ja, die B├Ąume durften sich inzwischen erholen ­čÖé
      Die Rapsfelder sehen trotzdem wundersch├Ân aus, auch wenn sie stinken und Diesel aus dem ├ľl gemacht wird.

  3. Es stimmt mich ein wenig traurig zu wissen, dass die Menschen vor so langer Zeit einen solchen Raubbau mit diesen herrlichen B├Ąumen getrieben haben.
    Dein Post gef├Ąllt mir sehr, macht mich nachdenklich.
    Danke f├╝r deine Verlinkung!
    Hab ein sch├Ânes Wochenende … Frauke

    • Ob sie deren Sch├Ânheit sehen konnten? Ich wei├č es nicht: Ohne Holz w├Ąre es weder warm in der Stube geworden, noch h├Ątte es eine Stube gegeben. Vielleicht waren sie eher pragmatisch.

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