Seid gut zu Vögeln

Vögel.

Kaum wird es bei uns nach dem langen und kalten Winter ein kleines bisschen wärmer, fängt das Gras an zu wachsen und die ersten Blumen blühen. Dann kommen sie. Jedes Frühjahr, wenn es bei uns anfängt zu grünen und zu blühen, fallen sie in großer Anzahl bei uns ein. Sie kommen aus dem warmen Süden, wo sie überwintert haben, schließlich ist es dort schöner und wärmer als bei uns. Still, leise und heimlich besetzen sie Hauswände, Hecken und Bäume. Sie sammeln ihr Baumaterial einfach zusammen, fragen dabei weder um Erlaubnis, noch zahlen sie ein entsprechendes Entgelt. Aus Holz und Stroh, aus trockenem Gras und Lehm errichten sie ihre Bauten völlig ohne Bauplan oder Erlaubnis der Bauaufsicht. Sie nisten sich ein, vögeln, setzen ihre Brut in die Welt, fressen sich überall durch, sammeln und raffen an Futter, was sie nur kriegen können, ohne jegliche Gegenleistung. Sie säen nicht, sie bauen nichts an, sie ernten einfach nur und nehmen sich gewissermaßen alles vom bereits gedeckten Tisch. Sie müssen schließlich ihre Kinder versorgen, die alles brauchen, was sie kriegen können.

Doch auch wenn diese groß sind und eigentlich selbst für ihr Auskommen sorgen könnten, geben sie nichts zurück. Sie säen nicht, sie helfen nicht, sie rotten sich statt dessen in großer Anzahl zusammen und fressen, was das Zeug hält. Irgendwann, wenn die Tage wieder kürzer werden, sitzen sie in luftigen Höhen und warten darauf, dass der Wind für sie günstig steht. Dann fliegen sie auf – und davon. Einfach so.

Das ist mein Beitrag zu den Magic Letters von Paleica: S wie schwarz-weiß. Der Klick auf den Link führt zu den anderen Teilnehmern.

Wasser. Spiegelung.

Granada

Granada: Die Alhambra.

Je kälter und nasser es draußen ist, desto weiter scheint der August mit seiner Hitze in Spanien bereits zurückzuliegen. Da wir heute in der Stadt essen waren, statt zu Hause zu kochen, ging es zu Fuß zum Rathaus, und ein kleines Stück an der mittelalterlichen Stadtmauer von Mühlhausen entlang. Im Gegensatz zur wuchtigen Festung auf der Alhambra in Granada wirkt diese regelrecht klein und zierlich, reichte aber aus, die blinden Hessen, die armen Eichsfelder und die Raubritter vom Hanstein abzuwehren.

Einen großen Anteil am Zauber der Alhambra haben die vielen Wasserflächen in den Innenhöfen. Hier haben die Gebäude keine Mauern, so wie bei uns. Die Grenze zwischen Innen und Außen ist nicht die Wand, sondern das Haus. Im Zentrum ist der Hof, ohne Dach, so dass die Sterne des Himmels nachts scheinen, die Räume sind um diesen herum gruppiert und wirken mit ihren offenen Säulenreihen wie Loggien. Wasser spielt dabei eine große Rolle und ist in irgendeiner Form immer anwesend. Das mag zum einen mit dem Koran und seinen Erzählungen vom Paradies zusammenhängen, zum anderen damit, dass es in Andalusien heiß und trocken ist.

Das ist mein Beitrag für das Black&White Fotoprojekt von Czoczo. Der Klick auf das Logo führt zu den anderen Teilnehmern:

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Steine statt Brot

Krähe

Krähe

Es ist Zeit, dachte der Vogel. Es ist Zeit, dass jetzt die Brut endlich auf eigenen Beinen steht: Auf eigenen Flügeln fliegt sie ja längst, fliegt mir immer hinterher, setzt sich hin, reißt den Schnabel weit auf und wartet, bis ich fette Brocken in den Schlund stopfe. Immer nimmersatt schlingen, haben wollen, Hunger krächzen.

Er hatte den Schnabel voll, so gestrichen voll wie nur irgendwas. Das war jetzt in seinem Leben die 28. Brut, und jedes Mal wurde die Bagage zum Schluss so fordernd, dass ihm nur die Flucht blieb, so stark wie die Jungen dann wurden, gefüttert und großgezogen von ihm, verjagten sie ihn aus dem Nest, das sie als Sieger übernahmen.

Als er über die Steine flog, zwischen denen nicht ein einziger Grashalm wuchs, nur weiße Steine lagen dicht an dicht, weiß wie die Brotstückchen, die er manchmal fand, landete er auf ihnen, suchte. Suchte sorgfältig, drehte einen Stein um, nahm in in den Schnabel, verwarf ihn wieder. Er war kritisch. Schließlich sollte die Brut den Betrug nicht auf den ersten Blick enttarnen, sondern sich zanken, ganz so, wie sie sich um jeden Brotkrumen zankten. Nur dann hätte er Zeit genug, Zeit, um die Schwingen auszubreiten und zu fliegen. Ganz weit weg.

Das ist mein Beitrag für Schwarz/ Weiß im Juli, bei Czoczo. Klick auf das Logo führt zu allen anderen Teilnehmern:

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Alles für die Katz #13

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Katze auf Hiddensee

Von Zingst aus lag ein Ausflug zur Insel Hiddensee nahe. Allerdings dauerte die Bootsfahrt länger, als gedacht, da das Schiff durch den Bodden an Stralsund vorbei bis nach Hiddensee schipperte. Auf Hiddensee angekommen, saß diese Katze auf einem Schild direkt neben dem Weg, der zum Leuchtturm führte:

Faucht sie einen imaginären Feind an? Leidet sie an Verstopfung? Wartet sie auf ihr Futter? Oder will sie sich der kreischenden Möwen entledigen? Ich weiß es nicht…

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen. Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist.

L wie Licht: Magic Letters

Ob Goethes letzte Worte vor dem finalen Atemzug wirklich „mehr Licht“ waren? Das kann keiner von denen nachprüfen, die es zwar behaupten, aber mangels Anwesenheit den letzten Beweis schuldig bleiben müssen. Heute ist das Licht mein Thema: Licht brauche ich, wenn ich sehen will, und auch, wenn ich Bilder machen möchte, Bilder mit der Kamera.

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Licht auf dem Rhein.

Photografie: Mit Licht schreiben, den Moment, den flüchtigen Lidschlag fangen, einfrieren, damit die Erinnerung bleibt – bis zuletzt. Die Bilder aus der Kindheit der Eltern hielten Szenen und Posen in schwarz-weiß fest, mit den damals noch scharf gezackten Rändern, über die ich mit dem Finger gerne strich, um die kleinen Mulden und Spitzen an der Fingerkuppe zu spüren. Die Bilder von mir selbst hatten schon einen glatten Rand, bis auf die ersten, die Babybilder, auf denen die Mutter in schwarz-weißen Kleid mit Hahnentrittmuster, mich im Kinderwagen schiebend zu sehen ist.

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Hafen in Konstanz

Das Licht ist dann licht, wenn es in der Dunkelheit leuchtet und strahlt. Dagegen kann ich es im gleißenden Sonnenschein nur dann betrachten, wenn ich nicht direkt hineinschaue, mich blenden lassen vom hellen Schein. Die Leuchttürme zeigen mit ihrem Licht, wo sich sichere Fahrwasser befinden, damit nicht an Untiefen Schiffe zerschellen.

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Sonnenuntergang am Weiher

In der Dämmerung brechen Luft und Wolken  das Spektrum des Lichts auf und färben den Weiher, so dass es scheint, als sei er für einen kurzen Moment nicht von dieser Welt.

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Autofahrt durch den Tunnel.

Das ist mein Beitrag zu den Magic Letters von Paleica und hier ist das Licht der anderen Teilnehmer: Klick.

Alles für die Katz #9

alles_fuer_die_katz_logo_160x160Himmel, rast die Zeit dahin: Kaum war es Januar, ist es schon wieder Mai. Erster Mai. Und weil ich heute morgen vom Katzentier früh geweckt wurde, obwohl ich hätte liegen bleiben und ausschlafen können – ihr wisst ja, Dosenöffner haben zu funktionieren 😉 – habe ich mich daran erinnert, dass ich früher ja auch zum ersten Mai geweckt wurde: Da plärrten nämlich früh am Morgen die Lautsprecher, die an den Laternen hingen, ihre Kampfmusik, damit ja keiner weiterschlafen und somit die Demonstration versäumen konnte. Aber die Zeiten sind ja glücklich vorbei, an denen derartige Pflichtveranstaltungen absolviert werden mussten. Ob da überhaupt jemals irgendjemand freiwillig war?

Dabei gab es auch Erfreuliches zu dieser Zeit: Wir feierten als Jugendliche „Maisprung“, mit selbst gebastelter Strohhexe, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Logisch, dass am nächsten Morgen keiner ausgeschlafen hatte.

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Die Katze gähnt.

Da ich heute schon einmal bei Erinnerungen bin, bleibe ich kurzerhand beim Thema und zeige ein Bild von der Katz, die nicht mehr bei uns ist: Die macht genau das, was ich heute morgen gerne noch gemacht hätte. Dafür gibt es nachher aber frischen Rhabarberkuchen, der Hefeteig muss nur noch etwas gehen.

Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen. Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist.

I wie Innen: Magic Letters

Innen. Dort, wo es ein Innen gibt, gibt es auch ein Außen. Beide sind durch – in der Regel wahrnehmbare – Grenzen voneinander getrennt. Nähern sich Philosophen dem Innen, dann reden manche von tiefen Gefühlen, mit denen man direkt in das Herz der Natur gelangen könne. Wann ist eigentlich ein Gefühl ein tiefes Gefühl? Können eigentlich alle Gefühle tief sein, oder nur einige? Ich meine, das ist ja nicht wie bei einem Brunnen, in den ich oben hineingucken und staunen kann, wie tief unten sich das Wasser spiegelt.

Aber das sind alles Dinge, die ich nicht fotografieren und bebildern kann. Also suche ich innen – und werde dieses Mal im Archiv fündig.

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Eine kleine Wohnung in einem Koffer.

So eine Wohnung im Koffer wäre schon praktisch: Alles ist dabei, soll es weitergehen, wird einfach zugeklappt.

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Drei kleine Meerschweinchen

Das Kind bekam einst vor vielen Jahren ein Meerschweinchen als Geschenk. Eins! Innendrin waren aber – wie bei einer dieser russischen Puppen, in der auch immer noch eine mehr versteckt ist – noch drei andere Meerschweinchen versteckt. Die kamen eines schönen Tages heraus und waren sogar schon fertig angezogen.

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Innen in einem hohlen Baum

Normalerweise sind Bäume groß und hart und lassen sich liebevoll umarmen. Oder absägen – dann werden sie zu Mobiliar, Brennholz oder Papier verarbeitet. Dieser hier hat seine beste Zeit auch schon hinter sich, trotzdem darf er stehen bleiben. Im Urwald an der Sababurg ist er zu finden, jedenfalls so lange er noch steht. Aber das kann noch viele Jahre sein.

 

 

 

 

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Kurz vor dem Glockenguss.

Kurz bevor die glühende Masse in die vorbereiteten Glockengussformen läuft, wird innen alles mit einer langen Stange noch einmal umgerührt: Diesem Inneren nähert sich keiner ungeschützt.

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Der Glockenguss.

Das glühende Metall läuft in die Gusskanäle – und von dort in die vorbereiteten Glockenformen. Blau entweicht das Gas aus den Hohlräumen.

Das ist mein Beitrag zu Paleicas Projekt: Magic Letters.

12 Bilder vom 12. April

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Frühstück mit Osterbrot.

Es ist Sonntag. Da wird erst ausgiebig gefrühstückt – mit Osterbrot und selbstgemachter Marmelade aus Brom- und Johannisbeeren.

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Blumen auf Balkonien

Anschließend zeigt ein Blick auf den Balkon, dass die Blumen, die ich gestern gekauft und in größere Töpfe gesetzt habe, alles gut vertragen haben. Prima. Kriegen sie also noch einen Schluck Wasser, und wir können einen Ausflug machen.

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Hier darf kein Pferd äppeln. Oder?

Der Ausflug geht nach Weißenohe, ins Lillachtal – wir wollen an den Sinterterrassen entlang zur Lillachquelle laufen. Ich dachte immer, dass die Pferde äpfeln, wenn sie den Schwanz so hochheben, wie auf diesem Schild.

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Zwei Paar Schuhe.

Wie jeder hier unschwer erkennen kann, kam sogar die Lieblingshausziege mit auf den Ausflug. Das freut das Muttertier. 🙂

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Sinterterrassen bei Weißenohe.

Die Sinterterrassen bei Weißenohe: Das ist gerade noch so im Landkreis Forchheim, aber nahe genug an Nürnberg, dass viele Menschen von dort aus hierher einen Ausflug machen. Da die Stadtmenschen nur einmal in der Woche eine grüne Verkehrsinsel sehen, müssen sie sich ausrüsten und anziehen, als ginge es ins Hochgebirge, wenn sie hier in der Fränkischen Schweiz unterwegs sind: Rucksäcke, Wanderstöcke, wetterfeste Jacken, Bergstiefel, Isomatten, Trinkflaschen…

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Sinterstufen bei Weißenohe.

Mitten im Wasser blüht schon was und sieht aus, wie eine Sumpfdotterblume.

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Die Lillachquelle

Hier ist jetzt die Lillachquelle. Weil noch Osterzeit ist, ist sie ebenfalls hübsch geschmückt. Die Sinterstufen bildeten sich, weil das Wasser sehr kalkhaltig ist und sind inzwischen gut 10.000 Jahre alt. Wer mehr wissen will, kann das hier nachlesen.

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Klosterbrauerei Weißenohe.

Anschließend haben wir gegessen, aber nicht hier im Bierhimmel. Der ist in der Klosterbrauerei Weißenohe.

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Kirchenfenster in Schnaittach.

Es war noch Zeit, der Tag wollte schließlich gut genutzt werden. Also beschlossen wir – weil es nicht so weit ist – noch nach Hersbruck zu fahren. Auf dem Weg lag Schnaittach. Die Kirche fiel uns auf, weil sie einen alten Turm neben einem relativ neuen Kirchenschiff hatte. Dieses wurde 1933 gebaut, wie eine Tafel verriet. Über dem Eingang leuchtete das bunte Fenster.

 

 

 

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Bergfestung Rothenberg

Über Schnaittach thront die Bergfestung Rothenberg. Wir haben das Auto abgestellt, sind hochgelaufen, aber nicht in die Festung hineingegangen. Die Mauern der Festung sahen aus, als wären sie aus Beton gegossen.

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Hersbruck

In Hersbruck gab es Eis, bevor es wieder nach Hause ging.

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Lieblingsblumen auf dem Balkon.

Jetzt freue ich mich noch auf eine schöne Balkonzeit, mit Buch und Blick auf die Blumen.

Noch mehr Bilder vom jeweils 12. jeden Monats gibt es bei: Draußen nur Kännchen.