Webmasterfriday: Neue Leser braucht der Blog

Ein etwas boshafter Spruch lautet, dass ein Journalist schreibt, damit er von den anderen Journalisten gelesen werden kann. Manchmal scheint es mir, als sei es in der Blogosphäre nicht anders: Ich blogge und lese andere Blogs und andere Blogger lesen meinen Blog. So fing es bei mir ja auch an: Ich las andere Blogs, und dachte mir irgendwann, dass ich auch meinen Senf gelegentlich an andere Dinge streichen und von dem erzählen will, was ich erlebe.

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Leser, die auch kommentieren sind für Blogger das Sahnehäubchen

Öffentlich. Zunächst hat sich das etwa so angefühlt, wie bei den Artikeln, die ich für die Zeitung schrieb: Ich schrieb etwas und veröffentlichte es im Blog. Wer es dann liest, kann ich genauso wenig sehen, wie bei der Zeitung. Ähnlich wie der Leserbrief ist der Kommentar im Blog: Die meiste Resonanz gibt es, wenn ich über ein Thema schreibe, das viele interessiert und wo es etwas Witziges zu gucken gibt, wie bei meiner Wasserkatz. Das ist das Schöne am Blog, so wie die Schokolade nach dem Salat: Ich kann machen, was ich möchte, gebe mir redlich Mühe und freue mich, wenn jemand liest. Ein Kommentar ist dann das Sahnehäubchen auf dem süßen Teilchen.

Statistiken. Die sagen mir, wie viele Besucher jeden Tag sich im Blog tummeln. Aber ob es stimmt? Ich weiß, dass manche Besucher über eher skurrile Suchanfragen kommen. Die dürften schneller wieder weg sein, als eine Katze von der heißen Herdplatte.

Lesen. Ich lese eine ganze Menge anderer Blogs, mal mehr und mal weniger regelmäßig. Das kommt immer darauf an, wie viel Zeit ich habe – und ob mich das Thema anspricht. Wenn mir dazu etwas einfällt, was über ein „Boah, gefällt mir!“ hinausgeht, etwas, das einen Gedanken darin weiterspinnt oder einen Widerspruch herausfordert, dann kommentiere ich gerne. Das ist aber auch abhängig von der Zeit, die ich habe. Über diese Kommentare kommen wiederum Leser auf meinen Blog. Welche Leser überhaupt regelmäßig bei mir lesen, das weiß ich nicht. Wie gesagt: Auch wenn ich andere Blogs abonniert habe, lese ich sie nicht immer. Wenn ich also von meinen eigenen Lesegewohnheiten auf andere schließe, dann heißt das: Gelegentlich wird mein Blog gelesen. Das ist doch schon etwas.

Zeit. Ein Tag hat vierundzwanzig Stunden – wenn das nicht reicht, ist ja noch die Nacht da. Irgendwie ist aber immer zu wenig Zeit, um alles ausgiebig zu lesen, zu kommentieren, zu würdigen. Das kann immer nur punktuell sein. Immerhin schaffe ich es, seit ich bei den Ironbloggern Franken bin, jede Woche wenigstens einen Blogpost zu schreiben. Da dieser Blog mein privater Blog ist, ich damit kein Geld verdiene, werde ich auch weiterhin das machen, was ich möchte. Würde ich jetzt auf mehr Leser spitzen, dürfte ich wahrscheinlich nur noch Bilder von meiner nassen Katze zeigen.

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Mit Speck fängt man Mäuse, und mit Katzenfotos Leser.

Vertrautheit. Lese ich andere Blogs, lerne ich darüber den jeweiligen Verfasser oder die Verfasserin kennen. Je länger ich lese, desto vertrauter scheint mir der/ die andere, ohne dass wir uns jemals in der Wirklichkeit begegnet sind. Und im Lauf der Zeit werden auch meine Kommentare persönlicher. Dabei gibt es immer noch eine Hemmschwelle: Gerade bei den bekannten Blogs in denen viele Menschen kommentieren denke ich manchmal: Da muss ich jetzt nicht auch noch… (Zumal viele der Kommentare oft nur ein „wie toll“ in Variationen bieten)

Blogparaden. Ich finde Blogparaden wie den Webmasterfriday wunderbar. Wenn ich etwas zum Thema sagen kann. Einfach so daran teilnehmen, nur um wie ein Hündchen auch an diesen (Themen) Baum zu pinkeln, dazu habe ich zu wenig Zeit. Schließlich habe ich neben diesem virtuellen Leben auch ein reales Leben, und das heißt: Jetzt ist es kurz vor Mittag, ich muss den Salat aus der Abokiste verbasteln und mich duschen, denn heute hat die Lieblingshausziege ihren Tanzstundenabschlussball.