Mit Rost malen #Rostparade

Für die einen ist Rost eine Katastrophe, der sie mit Schleifpapier, Rostumwandler, Reparaturharz, Pinsel und Lack auf die Pelle rücken, für die anderen kann es nicht rostig genug sein: Sie stellen sich extra rostige Teile auf den Tisch, in den Garten, wohin auch immer.

Aber mit Rost lässt sich auch malen. In diesem Fall: Rost mit Acryl.

Acrylfarben haben einen Vorteil: Sie trocknen schnell. Sie haben aber auch einen Nachteil: Sie trocknen schnell. Beim Malkurs in Morschreuth ist das schnelle Trocknen ein Vorteil. Gefällt etwas nicht, kann es immer wieder übermalt werden. Wird die Leinwand zu dunkel? Kein Problem. Einfach dünn mit weißer Farbe überspachteln, so dass noch die dunkle Farbe durchschimmert. Dann ist alles wieder hell und bekommt sogar Struktur. Wer bei Bonnie zum Acrylmalen kommt, braucht weder Blumen, Tiere oder Portraits zu malen. In ihrer abstrakten Malerei geht es statt dessen um eine harmonische Aufteilung der Fläche, die dadurch ihre Wirkung erzielt.

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Erst Klebstoff auftragen. Der beige Fleck ist übrigens Sand…

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Eisenpulver über den Kleber streuen

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Edelstahlpulver über den Kleber streuen: Jedes Metall rostet anders…

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Ein bisschen schütteln und von unten gegen die Leinwand klopfen, damit sich alles gut verteilt.

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Alles wird mit einem Oxid eingesprüht. Dann heißt es warten. Bis der Eisenstaub mit dem Rosten beginnt

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Alles lässt sich noch mit farbiger Tusche schmücken

Das ist mein Beitrag zur Rostparade bei Frau Tonari. Wer noch mehr rostige Dinge sehen möchte, klickt einfach auf den Link.

 

Das Engelchen mit den gebundenen Händen #Rostparade

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Türklopfer.

Ich kann dir nicht helfen, sagte das Engelchen. Ihr Menschen wart es, die mir die Hände banden.

Ob sich hinter der Tür das Glück verbirgt? Das kann ich nicht sagen, auch wenn ich ein Engel bin. Aber falls es tatsächlich dahinter wohnen würde, wäre es längst verhungert oder an Langeweile gestorben. So lange ich hier hänge und warte, hat noch niemand diese Tür geöffnet. Was ist eigentlich das Glück, dem ihr Menschen immer und überall hinterherjagt und es überall sucht? Warum habt ihr es nicht festgehalten, als ihr es noch hattet? Ach, andere haben euch gesagt, was ihr alles machen sollt, nur damit ihr glücklich werdet? Nein, da kann ich dir tatsächlich nicht helfen. Für die Gnade, die ich spenden könnte, müsste ich meine Hände und Flügel über euch breiten…

Das ist mein Beitrag zu Frau Tonaris Rostparade.

Von Moos bedeckt #Rostparade

Neulich, auf dem Weg von Engelhardsberg nach Oberfellendorf, so richtig oben auf dem Juraplateau in der Fränkischen Schweiz, dort, wo in manchen Dörfern nur alle zehn Jahre einmal ein Bauplatz freigegeben und ein neues Haus errichtet wird – alles profunde Maßnahmen gegen Überfremdung – schließlich will hier niemand jemanden als Nachbarn haben, der irgendwann etwas gegen Hähnekrähen und Kirchglockenläuten einzuwenden hat und das auf dem Klageweg durchsetzen will, dort entdeckten wir am Waldesrand erfreut das erste satte Grün.

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Ein Wagen mit ofenfertigem Holz, dick bemoost.

Der zweite Blick jedoch zeigte: Das ist kein Gras, das sind dicke Moospolster an, ja was eigentlich? Auf Holzstücken, die auf einem Wagen liegen. Gerade in der richtigen Größe, um sie in den Ofen zu stecken. Wie lange mögen die schon hier liegen? Selbst die Dachsteine hinter dem Wagen haben sich ein dickes Moospolster zugelegt. Wäre das Moos nicht so feucht, könnten wir uns auf die weichen Kissen fallen lassen und picknicken.

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Damit nichts federt und alles ruhig steht, klemmt ein Holzstück zwischen den verrosteten Blattfedern

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Alles ist mit dicken Moospolstern bedeckt.

Nur ein paar Meter weiter steht noch ein Wagen, der – im Gegensatz zum ersten – inzwischen völlig zusammengebrochen ist. Dahinter wartet die Kreissäge. Wartet sie darauf, dass derjenige der hier sein Holz gesägt und auf die Wagen gepackt hat, irgendwann einmal wiederkommt? Vielleicht ist der Mensch ja zum Mittag mit dem Schlepper nach Hause gefahren, auf dem Küchentisch lag der Brief mit dem Lottogewinn? Und er sagte: Schluss mit der Schufterei, jetzt übernimmt eine ordentliche Heizung diese Arbeit? Oder ist er in den warmen Süden ausgewandert?

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Der Eimer sieht noch völlig frisch aus – darauf wächst das Moos nicht so leicht.

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Hinter dem Wagen wartet die Kreissäge. Immer noch.

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Moos, Laub – und Rost. Wie lange das wohl gedauert hat?

Auch wenn der Rost von Laub verdeckt und moosbewachsen ist, ein wenig davon schimmert überall durch. Deswegen reiht sich dieser Anblick in die Tonari’sche Rostparade ein, die es jeden Monatsletzten gibt. Der Klick führt zu wunderbaren rostigen Bildern.

Haste mal ’nen Euro? Für die Rostparade.

Die Festung Rosenberg.

Der Wächter vor der Festung Rosenberg.

Kronach ist eigentlich eine kleine Stadt. Lucas Cranach wurde hier geboren, Bauern und Handwerker arbeiteten und lebten hier. Da die Stadt verkehrsgünstig lag und zum Hochstift Bamberg gehörte, wurde eine alles beherrschende Festung gebaut und immer wieder ausgebaut. Die Festung Rosenberg wurde weder im dreißigjährigen Krieg von den Schweden, noch 1759 von den Preußen erobert. Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 sorgte dafür, dass das Hochstift Bamberg und somit auch die Festung Rosenberg an Bayern fiel. Noch heute wird bei der Führung darauf hingewiesen, dass die Bayern alles, aber auch wirklich alles aus der Festung ausräumten und nach Schweinfurt und München schafften, als die Stadt Kronach 1888 das Areal der Festung mit den Gebäuden für 32.000 Mark kaufte. Da blieb weder Teller noch Tasse, weder Stuhl noch Tisch im Gemäuer.

Der rostige Wächter vor den mächtigen Mauern hält bittend die Hand auf, so scheint es. Leider fand ich weder beim Besuch der Festung noch beim Stöbern im Netz etwas über diese Figur. Trotzdem ist sie mein heutiger Beitrag zu Frau Tonaris Rostparade. (Klick auf den Link führt zu den anderen rostigen Bildern)

 

Spanisches Eisen: Für die Rostparade

Nicht kleckern, klotzen: Deswegen habe ich extra für Frau Tonaris Rostparade in Spanien nach viel Rost geguckt, Kleinkram kann schließlich jeder.

In Cordoba war gleich ein ganzes Hotel rostig verpackt:

Cordoba.

Cordoba: Hotel.

In Malaga eine Wand: Oben in Grün, unten in Rost:

Malaga.

Malaga: Wand.

In Granada fand ich den Eingang zu einer seltsamen Grotte. Innendrin rauschte Wasser, also hat es irgendetwas mit Wasserversorgung zu tun, nehme ich mal an.

Granada.

Granada: Eingang zu rostiger Grotte.

Granada.

Granada: Wasserversorgung.

Und in Sevilla standen drei rostige Musiker über den Fenstern einer Bar. Dabei regnet es dort fast nie:

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Eiserne Wassersperre am Dechsendorfer Weiher: Für die Rostparade

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Dechsendorfer Weiher im Abendlicht

Nur ein Fahrradstündchen durch den Wald liegt der Dechsendorfer Weiher von uns entfernt, oder der Große Bischofsweiher, wie der Teich kurz vor Erlangen auch genannt wird. Als ich nach Oberfranken zog, waren wir dort gelegentlich. Jetzt ist es etwas weniger geworden. Das liegt daran, dass es noch viele andere schöne Plätzchen rundum gibt, und dass es – so kurz hinter Erlangen und nicht weit von Nürnberg entfernt – hier für meinen Geschmack manchmal einfach zu belebt ist.

Immerhin gibt es von JBO einen Song über den weißen Hai im Dechsendorfer Weiher:

JBO: Der Weiße Hai

Einmal hatte die Lieblingshausziege extra ihre Badesachen mitgenommen, als wir mit dem Fahrrad zum Weiher fuhren und war dann ganz enttäuscht, dass Baden verboten war, der Blaualgen wegen.

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Dechsendorfer Weiher im Abendlicht

Dabei sieht der See ganz in Ordnung aus. Es schwimmen Fische darin, Schwäne, Blesshühner und Enten darauf, am Rand flitzen Bachstelzen herum. Sogar Muscheln sind zu sehen, wenn mal das Wasser abgelassen wird. Und was für große!

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Dechsendorfer Weiher mit Muschel.

 

Der Grund für das Problem mit den Blaualgen soll der Röttenbach sein, heißt es. Aber nichts genaues weiß man nicht, schließlich sagt der Betreiber der Kläranlage – von dort werden geklärte Abwässer in den Röttenbach geleitet -, dass alle Werte in Ordnung seien. Außer bei Starkregen. Nun ist der Röttenbach neu eingesperrt, abgedichtet und wird am Dechsendorfer Weiher vorbeigeleitet. Vorher wurden in einem der Nebenweiher fette Stahlprofile in den Seeboden gerammt. Wenn es denn hilft – und der Seeschönheit dient, bitte sehr.

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Dechsendorfer Weiher

Die Profile lagen bereits rostig am Seeufer, jetzt stecken sie rostig in Wasser und tief im Schlamm.

Das ist mein Beitrag zu Frau Tonaris Rostparade, die an jedem Monatsletzten alles Rostige einsammelt. (Klick auf den Link öffnet den Zugang zu Frau Tonari und allen anderen Teilnehmern)

Gesiebte Luft: Für die Rostparade

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Dornburger Schlösser bei Jena

Hoch über der Saale, die im Tal vor sich hin mäandert, thronen drei Schlösser von Ost nach West auf Muschelkalk: Das alte Schloss, ein kleines Rokokoschlösschen und ein Renaissance-Schloss.

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Dornburger Schlösser bei Jena

Goethe war auch schon da: Die Schlösser gehörten schließlich der herzoglichen Familie von Sachsen-Weimar-Eisenach und Herzog Carl August war sowohl Freund, als auch Dienstherr des Dichterfürsten. Am 4. März 1777 schrieb Goethe von einem Aufenthalt im Rokokoschlösschen an Charlotte von Stein: „Auf meinem Schlösschen ist’s mir sehr wohl, ich habe recht dem alten Ernst August gedankt, dass durch seine Veranstaltung an dem schönsten Platz, auf dem bös’ten Felsen eine warme gute Stätte zubereitet ist.“

Goethe weilte im Sommer 1828 gerade im Renaissanceschloss, als er die Nachricht vom Tode Carl Augusts erhielt. Er blieb dort bis in den Herbst hinein und verfasste in dieser Zeit die Dornburger Gedichte. In der Bergstube, die Goethe damals als Wohn- und Schlafzimmer diente, steht noch immer sein Schreibtisch. Die Aussicht von dort oben war großartig – und kann immer noch besichtigt werden.

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Dornburger Veste

Für Andere war die Aussicht dagegen nicht so rosig: Als 1717 ein Brand in Dornburg auch das Amtshaus in Schutt und Asche legte, bekam der Ortspolizist oben in der Dornburger Veste eine Wohnung – und das Gefängnis wurde ebenfalls dorthin verlegt. Die Fenster sind bis heute vergittert und es ist zu sehen, wie damals das Gitter nachträglich mit Backsteinen eingebaut wurde. Inzwischen sind die Steine verwittert und das Gitter verrostet. Beide würden einem Ausbruchsversuch wohl nicht mehr viel Widerstand bieten. Das ist auch nicht mehr nötig: In der Veste ist nichts und niemand mehr drinnen.

Den Gitterrost jedoch schicke ich zur Frau Tonari auf die Rostparade. Wer Lust auf noch mehr Rost bekommt, klickt einfach Hier.

Da war eine Schraube locker: Für die Rostparade

Alte Eisenbahnschwelle mit Schraube

Da ich für ein paar Tage meine Eltern besucht habe, war es hier ein wenig ruhiger. Wir waren schließlich viel unterwegs und haben Dinge angeguckt, die ich zwar schon lange kenne, aber nichtsdestotrotz ganz gerne mag. Schließlich treffe ich mich ja auch mit Bekannten und Freunden, auch wenn ich diese bereits kenne. Oder vielmehr: Genau dann macht das Wiedersehen Vergnügen und weckt manches Mal auch alte Erinnerungen.

So fuhren wir beispielsweise mit einer Draisine auf der längst stillgelegten Bahnstrecke. Auf dieser fuhren auch einmal Züge, so weit, so logisch. Mit diesen bin ich hier als Kind gefahren, habe an einem Haltepunkt gewartet, von dem heute nichts mehr übrig ist, habe mein Ohr auf die Schiene gelegt, damit ich hören konnte, wann denn der Zug endlich aus dem Tunnel kommt. Oder einen Pfennig: Der Stahlkoloss fuhr einfach über das kleine Geldstück und walzte es völlig platt.

An dem Bahnhof, an dem wir mit der Draisine umkehren und wieder zurückfahren mussten, saßen wir ein wenig herum, unterhielten uns und inspizierten die Umgebung. An einem ungenutzten Nebengleis guckte einer der dicken Schraubenköpfe ein wenig hervor, hier war quasi eine Schraube locker.

Draisinenfahrt

Kanonenbahn Geismar-Leinefelde

„Lass die Schraube in Ruhe“: Mütter verlernen das Zurechtweisen des Nachwuchses wohl nicht, egal wie alt beide sind und werden. Was mich – wie schon als Kind – nie daran gehindert hat, trotzdem nachzugucken, was passiert, wenn… ich in diesem Fall an der Schraube ziehe. Und siehe da, sie ließ sich ganz widerstandslos aus ihrem Loch herausziehen. Ich brauchte gar nicht an ihr zu drehen.

Draisinenfahrt

Kanonenbahn Geismar-Leinefelde

Und jetzt? Ist die Schraube auf mir völlig unerklärliche Weise erst in meine Tasche und dann bis zu mir nach Bayern geraten.

Also: Ich sag’s ja. Ich hab eine Schraube locker. Und nicht mehr alle Tassen im Schrank, denn es steht immer mindestens eine auf dem Küchentisch oder in der Spülmaschine.

Das ist mein Beitrag zur Rostparade von Frau Tonari: (hier klicken) Über die Draisinenfahrt erzähle ich später noch mehr, die war nämlich interessant.

Ein Gitter über der Maximiliansgrotte: Für die Rostparade

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Ein Gitter über der Maximiliansgrotte

Das Windloch der Maximiliansgrotte. Damit niemand aus Versehen hineinfällt, liegt ein rostiges Gitter aus Eisenstäben über dem Loch.

Ursprünglich war dies der Zugang zur Höhle, der nicht immer freiwillig gewählt wurde:1833 fiel – der Sage nach – eine verwirrte Frau in die Höhle. Fünf Tage lang suchten ihre Verwandten nach ihr, bis sie gesund wieder herauskam. Danach hieß die Maximiliansgrotte „Wundergrotte“. Zwar erzählten die Retter der Frau von gewaltigen Hallen, die sich unter dem Berg befinden sollten, doch erst 1852 wagten es drei Männer: Sie stiegen in das Windloch ein und brachen an der Stelle aus ihr heraus, an der heute der Eingang zur Höhle ist.

Die Höhle wurde sogar als Friedhof benutzt: Als im spanischen Erbfolgekrieg Engländer, Bayern und Österreicher hier kämpften, wurden 28 tote Soldaten einfach durch das Windloch hinabgeworfen.

Das ist mein Beitrag zur Rostparade von Frau Tonari, bei der sich immer viele Teilnehmer viele rostige Dinge zeigen.

Die kontinentale Tiefbohrung: Für die Rostparade

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Kontinentale Tiefbohrung: Der Bohrturm

In der Oberpfalz bohrten die Techniker und Wissenschaftler vor fast 25 Jahren mehr als neun Kilometer in der Tiefe der Erde. Der Bohrturm, 83 Meter hoch, steht immer noch herum. Neben diesem befindet sich heute ein Infozentrum. In dem war ich zwar drin, fand es aber nur mäßig interessant. Stein ist Stein, für mich jedenfalls.

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Kontinentale Tiefbohrung: Ein Bohrkopf

Draußen vor dem Infozentrum lag unter anderem dieser Bohrkopf herum, der jetzt zwar ein wenig angerostet ist, damals aber mit in der Erde gebohrt hat.

Das ist mein Beitrag zur Rostparade von Frau Tonari.