Abokiste. Endlich.

Wer in einer Großstadt wohnt, und dort selbstverständlich auch seine Abokiste hält, mag von mir aus sagen: Alter Hut. Bevor ich nach Franken zog, lebte ich in einer Provinz, die so provinziell war, dass dort solches nicht zu haben war. Klar, wenn es nicht genügend Abonnenten gibt, lohnt sich das Angebot einer Abokiste für denjenigen nicht, der diese sonst gerne anbieten würde. Also kaufte ich mein Gemüse nach dem Zufallsprinzip: Was gefällt, kommt mit. Was daraus jeweils wurde, sah ich später. Doch diese Auswahl endete oft mit dem bereits hinlänglich Bekannten, was ich nicht kannte, kam nicht in den Korb. Das erleichterte nicht nur die Wahl des Gemüses, sondern auch die der Rezepte, schränkte diese aber oft – auch aus Gründen der Bequemlichkeit und der Schnelligkeit – auf diejenigen ein, die ich bereits auswendig kannte.
In Hemhofen war Hoffest und Gelegenheit, die Abokiste zunächst probeweise, dann richtig zu abonnieren. Wir sind auf dem Hof ausgiebig herumgestiefelt, haben uns allerlei schöne Dinge angeschaut, nur kamen wir leider für die Führung durch das Haus zu spät. Im nächsten Jahr kommt sicherlich ein neues Fest und vielleicht steht dann die Tür wieder offen.

Die Abokiste. Immer gut gefüllt.

Abokiste: Eine Kiste mit lauter Überraschungen: Blumenkohl ist ein alter Bekannter, da wird ein Auflauf draus. Möhren, Salat, rotschalige Kartoffeln, Süßkartoffeln, Rucola und rote Bete. Die essen alle ausgesprochen gerne. Allerdings habe ich sie bisher aus Bequemlichkeit und weil ich rote Finger nicht so mag, meistens fertig im Glas gekauft. Die kleinen kullerrunden Rote-Bete-Kugeln waren bei den Kindern – schon der Form wegen – die beliebteste Sorte.
Jetzt also rote Bete – oder Rüben – in der Schale. Ungekocht. Roh. Grund genug, mal wieder in Kochbüchern zu stöbern, wie diesem hier: Tafelspitzen der Gebrüder Lange, welches es leider – wenn überhaupt – gebraucht gibt.
Als Gemüsegang werden hier die Roten Bete mit Curry empfohlen:
Rote Bete mit Thymian, Essig und Salz kochen. Weil das Gemüse noch in der Schale steckt, darf genügend Essig ins Kochwasser: Pro Liter Wasser etwa eine halbe Tasse voll. Nachdem die Bete genügend lange gekocht wurden – je nach Größe – bleiben sie am Besten über Nacht im Kochwasser liegen, damit der Essig bis nach innen ziehen kann.
Anschließend werden die Rüben aus der Schale gepellt. Wer dafür die Hände in Gummihandschuhe verpackt, hat hinterher kein Problem, sie vorzuzeigen. In möglichst schmale Tortenstückchen geschnitten, lassen sich die Rübchen hübsch auf den Teller legen.

Rote Beete mit Currysoße