Dem Himmel so nah: In den Alpujarras

Ein kurzes StĂŒck nur fahren wir auf der Autobahn, bevor es auf schmaleren Straßen langsam, steil und kurvig nach oben geht. Der Blick zurĂŒck zeigt, wie klein die Welt unten zusammenrĂŒckt, wĂ€hrend wir gleichzeitig den Berge in ihrer Schroffheit und unberĂŒhrten Schönheit immer nĂ€her kommen.

Sierra Nevada

Alpujarras: Die ersten weißen Dörfer sind zu sehen.

Die Kilometer ziehen langsam vorbei, hier ist die Durchschnittsgeschwindigkeit so hoch, wie in einer verkehrsberuhigten Zone, und das ganz freiwillig. Schneller als 30, 40 oder allerhöchstens 50 Stundenkilometer fĂ€hrt hier niemand. Der Mitreisende sitzt am Steuer, damit ich genĂŒgend Gelegenheit zum Gucken habe. Ab und an sind am Straßenrand Haltebuchten, der Mitreisende hĂ€lt an, wir steigen aus und staunen ĂŒber das Panorama, das sich in immer neuen Facetten vor uns ausbreitet.

Auch die Dörfer sind so ganz anders, als alles, was ich bisher kennen gelernt habe. Kleine weiße HĂ€user stapeln sich geradezu ĂŒbereinander, mit kleinen GĂ€sschen dazwischen, es gibt kleine LĂ€den, viele Blumen, es ist einfach schön: Kaum gehe ich um eine Ecke, sieht es wieder anders aus, und so gehen wir um jede Ecke herum, die wir dort finden.

Sierra Nevada.

Alpujarras: Enge GÀsschen in den Dörfern. Es geht stÀndig bergauf oder bergab.

Sierra Nevada.

Alpujarras: Enge DurchgÀnge.

Sierra Nevada.

Alpujarras: Blick von oben aufs Dörfchen.

Sierra Nevada.

Alpujarras: Blick ĂŒber die DĂ€cher mit den witzigen Schornsteinen auf die Sierra Nevada.

Sierra Nevada.

Karges Weideland. Bis hoch zum Gipfel mit seinen knapp 3500 Metern sind es noch ein paar Schritte.

Sierra Nevada.

Alpujarras: Hier ist es auch grĂŒn. Es war mal ein Paradies…

Durch die Schlucht in der Sierra Nevada

Puh. Geschafft.

Das kann ich heute sagen. Erst ging es mit dem Bus raus aus Granada, in die Sierra Nevada, genauer gesagt, nach Monachil. Wem der Ort nichts sagt, macht nichts, bis heute wusste ich schließlich auch nichts von dessen Existenz. Dort fĂ€ngt ein Weg an, der wie alle Wege in Spanien zwar Camino heißt, aber nicht nach Santiago fĂŒhrt, sondern in diesem Fall einen kleinen Fluss entlang.

Es könnte eng werden, hatte mich der Mitreisende gewarnt. Ach, habe ich gedacht, das kann doch nicht so schlimm werden. Ich war ja schon mal in den Alpen und bin dort bei Eis und Schnee herumgekraxelt und gesund wieder nach Hause gekommen. Und ich war schon in der Aare-Schlucht. Da ist es auch eng – und trotzdem habe ich mich sicher gefĂŒhlt.

Tja. Die spanische Sierra Nevada war dann doch eine ganz andere Hausnummer. Es ging ĂŒber HĂ€ngebrĂŒcken: „Mehr als vier Leute auf der BrĂŒcke sind verboten“, es ging auf schmalen Pfaden ĂŒber den Berghang und es ging auf betoniertem Flussufer an Felsen entlang. Manchmal waren Griffe angebracht, da die Felsen ĂŒber den Gehsteig hinausragten, manchmal nicht. Was soll ich sagen: Auf allen Vieren kam ich sicher ĂŒber diese Engstellen. SpĂ€ter sah ich: Andere haben es auch nicht besser gemacht. Sie rutschten beispielsweise seitwĂ€rts auf dem Po. Oder so.

HeimwĂ€rts ging es ĂŒber einen sonnendurchglĂŒhten Berg. Manchmal raschelten Eidechsen im dĂŒrren Laub, manchmal flitzten sie vom Weg, wenn wir kamen. Die GrashĂŒpfer blitzten blau im Flug, ein Steinbock wunderte sich, dass bei der Hitze noch jemand unterwegs war. Irgendwie, irgendwann waren wir auch wieder daheim, in unserer temporĂ€ren Bleibe. Einen genaueren Bericht ĂŒber diese Wanderung gibt es spĂ€ter einmal auf der Schreibreise, wenn ich wieder zu Hause bin und alles in Ruhe schreiben kann. Jetzt hĂ€nge ich noch ein paar EindrĂŒcke hier an, dann lege ich mich mit Buch ins Bett.

Sierra Nevada.

Sierra Nevada: Über sieben BrĂŒcken… ich glaube, vier waren es.

Sierra Nevada.

Immer wieder kleinere und etwas grĂ¶ĂŸere WasserfĂ€lle.

Sierra Nevada.

Eng ging es zu. Ohja.

Sierra Nevada.

Ein ganz schlauer Ort fĂŒr eine Pause ist so eine Engstelle schon. Schließlich wollten noch mehr Wanderer hier durch.

Sierra Nevada.

Hallo, Wegweiser? Was sagst du uns? Nichts? Na, dann…

Sierra Nevada.

Ein kleiner Teil des RĂŒckwegs. Unten rechts der kleine Pfad war der Hinweg.