Tagebuchbloggen am 5. M├Ąrz

Heute ist wieder der 5. des Monats – und da m├Âchte Frau Br├╝llen wissen, was wir so den ganzen Tag lang machen. Sie nennt das WMDEDGT: Was machst du eigentlich den ganzen Tag und versammelt eine ganze Reihe an Tagesabl├Ąufen hier.┬á

Die Lieblingshausziege ist heute alleine zum Blusenn├Ąhkurs, das hei├čt: Ich habe sie hingefahren und werde sie sp├Ąter wieder abholen. Zwar hat sie zu ihrer nicht-original-fr├Ąnkischen Tracht schon eine Bluse gen├Ąht, aber eine zweite sollte es trotzdem noch sein.

Kurze Zeit sp├Ąter war ich zu einem Termin in einem anderen Nachbarort, dort wurden die R├Ąume der zwei Krippengruppen vom katholischen Pfarrer gesegnet und ordentlich mit Weihwasser bespritzt. Vorher haben die Leiterin, der B├╝rgermeister, der Pfarrer und der Architekt geredet, sich bedankt und gesagt, wie sehr sie alle das freut, dass es jetzt so sch├Âne R├Ąume f├╝r die Krippenkinder gibt. Die Kinder wirkten allerdings ziemlich unsicher: Sie hielten sich an Papas Hosenbeinen fest, wollten um keinen Preis vom Arm herab oder sich auch nur einen Schritt vom jeweiligen Elternteil wegbewegen. Was ja auch logisch war: Sind sonst 11 Kinder mit zwei Erzieherinnen allein im Raum, standen jetzt die Erwachsenen so dicht, dass kaum noch Platz war.

Als ich zur├╝ckkam, jaulte die Kreiss├Ąge vor dem Haus: Der Bruder des Mitbewohners qu├Ąlte die gesamte Umgebung und s├Ągte Holz. Der Nachbar zur Linken f├╝hlte sich herausgefordert und hielt mit seiner eigenen Kreiss├Ąge dagegen. W├Ąhrend die Kreiss├Ąge vom Nachbarn einfach schneller drehte und somit nur ein leises „sssss“ ert├Ânen lie├č, sang die andere mit jedem Holzst├╝ck ein lautes „Wiiiieeeiiieee“. W├Ąhrend der Bruder s├Ągte, verstaute sein Vater alles sorgf├Ąltig im┬áH├Ąnger, so dass es dann gleich abgefahren werden konnte.

Da wir heute Abend zu einem Geburtstag eingeladen sind, bleibt die K├╝che heute kalt. Trotzdem backe ich zwei K├Ąsekuchen mit Blaubeeren und die K├Ânigsberger Klopse lungern auch schon im Topf. Schlie├člich will die Lieblingshausziege was essen, wenn sie vom N├Ąhen heimkommt.

Ich habe noch ein Bild fertiggemalt, das wird heute gleich verschenkt. Und weil noch Zeit ist, lege ich mich jetzt aufs Sofa, und lese. we 045

 

Tagebuchbloggen am 5. September

Es ist mit 9 Grad ganz sch├Ân kalt da drau├čen!

Ich hatte bereits die erste Kaffeetasse in der Hand, als meine Mutter mit diesem Ausruf ihre Enkelinnen darauf hinweisen wollte, dass sie f├╝r diese geradezu winterkalte Temperatur viel zu leicht gekleidet seien, doch deren Mutter z├Ąhlte s├Ąmtliche Kleidungsschichten durch und befand sie f├╝r ausreichend.

Gestern fuhren wir von Oberfranken nach Westth├╝ringen, in das Gro├č- und Urgro├čelternhaus, das inzwischen von meinen Eltern bewohnt wird, da mein kleines rotes Auto dem gro├čen blauen T├ťV vorgef├╝hrt werden muss. Also fuhren wir heute nach Nordhessen, dorthin, wo sich der Sachverst├Ąndige meines Vertrauens darum k├╝mmern wird, der auf seinem Hof so viele Enten stehen hat, die er noch zum fliegen aka fahren bringen k├Ânnte, wie wohl kaum jemand anders.

Waldkappel-Friemen

Hier gibt es Enten.

Waldkappel-Friemen

Hier gibt es Enten.

Langsam fuhren wir auf der Landstra├če zur├╝ck zu meinen Eltern, guckten noch hier und da im Vorbeifahren Dinge an, a├čen Mittag und hofften auf eine Nieselregenpause, in der wir noch ein wenig auf der M├╝hlh├Ąuser Kirmes herumstromern wollten.

Doch, der Regen h├Ârte tats├Ąchlich irgendwann auf. Ein blaues Loch in den Wolken versprach ein wenig Sonne, wir zogen los und kamen exakt bis runter in die Stadt. Dann fing ein neuer Regen an.

Kirmes M├╝hlhausen

Der Crepe ist gegessen.

Die Lieblingshausziege bekam einen Crepe, wir drehten eine kleine Runde ├╝ber den traurigen Rummel im Regen, kehrten zur├╝ck und fanden das abgest├╝rzte Einhorn im Rasen.

M├╝hlh├Ąuser Kirmes

Abgest├╝rztes Einhorn im Gras.

So kann das mit den Tr├Ąumen und W├╝nschen ja nicht funktionieren. Da kuscheln wir uns lieber alle zusammen auf das Sofa, versinken in den spanischen Erinnerungen des Augusts, und klicken uns durch die dr├Âlfzigtausend Fotos, die ich in diesem Monat geschossen hab.

Vielleicht, aber auch nur vielleicht – und wenn es nicht regnet – gucken wir uns heute Abend noch das Feuerwerk an, mit dem die M├╝hlh├Ąuser Kirmes immer beendet wird, das meine Urgro├čmutter nie angucken wollte, weil sie, wie sie sagte, in ihrem Leben schon genug Feuerwerk erlebt hat.

Jeden 5. des Monats will Frau Br├╝llen wissen, was wir eigentlich den ganzen Tag lang machen. Deswegen schreibe ich es hier auf.

Tagebuchbloggen am 5. August: Sevilla

Sevilla

Fr├╝hst├╝ck in Sevilla.

F├╝r meine Verh├Ąltnisse stand ich heute relativ sp├Ąt auf. Allerdings war die Nacht – so viel Jammern auf hohem Niveau darf sein – einfach hei├č. Der Miefquirl lief, damit die Luft wenigstens etwas bewegt wurde, das Fenster stand weit offen, die T├╝r ebenfalls. Das machte auch nichts, wir hatten hier in Sevilla ein Haus f├╝r uns ganz alleine, obwohl wir eigentlich nur ein Zimmer brauchten. Au├čer uns war schlie├člich niemand so bl├Âd, und guckt sich im August Sevilla an. Doch, ein paar Touristen waren trotzdem da und dr├Ąngelten sich ├╝berall mit aufs Bild, wenn ich nicht aufgepasst habe.

Sevilla.

Sevilla. Innenstadt.

Da ich die Pflicht in Sevilla: Alcazar, Kathedrale und so weiter schon absolviert hatte, blieb mir die K├╝r: Heute war Bummeln in kleinen G├Ąsschen angesagt. Die gab es im ehemaligen Judenviertel, das allerdings schon lange keines mehr ist. Eng war es. Da die H├Ąuser so dicht standen, dass die Sonne nicht bis nach unten schien, blieb es relativ schattig und k├╝hl. Fr├╝her musste hier nur ein Esel mit zwei Wasserf├Ąssern durchpassen – mit Autos hat damals noch niemand gerechnet.

Sevilla.

Sevilla. Enge Stra├čen.

Unterwegs waren die meisten zu Fu├č. Davon d├╝rfte der gr├Â├čte Teil Touristen sein, so wie ich. Die Spanier fuhren mit Rollern, Motorr├Ądern oder Fahrr├Ądern. Unterwegs gab es immer was zu gucken, auch wenn ich weder ein Kleid, noch einen F├Ącher oder eine Tasse gekauft habe.

Sevilla.

Sevilla. Andenkenladen.

Sevilla.

Sevilla. Zwei S├Ąulen aus r├Âmischen Zeiten.

An einem Platz standen diese beiden S├Ąulen. Die haben die R├Âmer einmal hier aufgestellt – und vergessen, sie beim Abzug wieder einzusammeln.

Sevilla.

Sevilla. Gazpacho und Kaffee.

Es war mittags: Zeit f├╝r einen hei├čen Kaffee und eine kalte Gazpacho. Gleich neben den S├Ąulen gab es die kleine Leckerei, die bei dieser Temperatur durchaus als Essen durchging.

Sevilla.

Sevilla.

Ein St├╝ckchen weiter waren kaum Menschen in den Stra├čen unterwegs, daf├╝r aber die Jalousien h├╝bsch verziert. Mittags haben die L├Ąden ├╝brigens fast alle zu – und machen erst abends wieder auf.

Sevilla.

Sevilla.

Dort, wo die Stra├čen wieder breiter waren, spendete Stoff den n├Âtigen Schatten und ich schlich zur├╝ck zur Unterkunft. Vielleicht gehe ich noch einmal los, wenn es sp├Ąter etwas k├╝hler wird. Lasst euch ├╝berraschen.

Irgendwann war einfach Appetit auf Tapas da. Eben mal so. Aber das ist in Sevilla ├╝berhaupt kein Problem.

Sevilla.

Sevilla. Tapas Bar.

Und der R├╝ckweg zeigte, dass immer noch einiges los war. Noch nicht mal die Pferdchen vor den Kutschen hinter der Kathedrale hatten Feierabend.

Sevilla

Sevilla. Hinter der Kathedrale.

Und auf dem Platz war auch noch eine Menge los.

Sevilla

Sevilla. Hinter der Kathedrale.

Aber mir reichte es f├╝r heute. Morgen ist auch noch ein Tag, da geht es weiter, mit dem Zug nach Cordoba. Die rechte T├╝r von den beiden, das ist die Richtige f├╝r diese Nacht.

Sevilla

Sevilla.

 

Das ist mein Beitrag zum „WMDEDGT“ aka: Was machst du eigentlich den ganzen Tag. Frau Br├╝llen fragt das einmal im Monat, immer am 5., und ich mach da einfach mit.

Tagebuchbloggen am 5. Juli

Was machst du eigentlich den ganzen Tag?, fragt Frau Br├╝llen an jedem 5. des Monats.

Eigentlich wollte ich vor Tagesanbruch die K├╝hle nutzen, doch Max, mein lieber Schweinehund lie├č mich erst erwachen, als die Sonnenstrahlen bereits auf meiner Nase tanzten. Dann eben nicht.

Zeitung

Zeitung

Den Kaffee gibt es mit Zeitung: Ich lese den Artikel von Slavoj ┼Żi┼żek in der Zeit: „Was ist jetzt noch links“, w├Ąhrend vor dem Fenster die Elstern l├Ąrmen. Gestern habe ich noch eine Sch├╝ssel mit Wasser f├╝r die V├Âgel auf den Balkon gestellt, heute ist sie leer. Und das, obwohl der Nachbar gestern mit seiner Beregnungsanlage ein richtiges Regenfest f├╝r die Spatzen veranstaltet hat.

Als der Lieblingsmann die Br├Âtchen holt, jammert die B├Ąckersfrau ├╝ber die Hitze und dar├╝ber, dass sie am liebsten im Laden geschlafen h├Ątte, weil dort der einzige klimatisierte Raum im Haus sei.

Serenade

Serenade

Ich schreibe noch schnell ├╝ber die Serenade vom Freitagabend. Die F├╝├če stecken dabei in einer Sch├╝ssel mit k├╝hlem Wasser, die unter dem Schreibtisch steht. An diesem Abend spielte ein kleiner Junge selbstvergessen in dem Teich, aus dessen Mitte sonst eine Font├Ąne sprudelt und wurde – das vermute ich jetzt einfach mal – von den meisten Zuschauern rund um den Teich beneidet.

Zum Mittag Salat. Viel zu viel Salat. Aber sehr gut: Gr├╝ner Salat, Gurke und Paprika in St├╝ckchen, geschnittene Pfirsiche und Erdbeeren, geschmorte M├Âhren- und Champignonscheiben, Schafsk├Ąse und Salatsauce.

Flohmarkt

Flohmarkt

Eine kurze Fahrt, zwei D├Ârfer weiter: Dort sitzen Menschen in ihren G├Ąrten und Garagen, haben Tand und Tinnef auf Tapetentischen versammelt und warten auf K├Ąufer. Das alte Geschirr, das sie zur Konfirmation geschenkt bekam, m├Âchte eine ├Ąltere Frau jetzt endlich loswerden. Wenn es keiner haben will, kommt es in die Tonne, k├╝ndigt sie an – doch ich nehme nichts mit.

Auf der R├╝ckfahrt bl├Ąst der Fahrtwind gluthei├č durch das Autofenster. Das erinnert mich an die Erz├Ąhlung: „Die Regentrude“ von Theodor Storm. „Die Luft ist lauter Feuer“, l├Ąsst Storm die Heldin unter der Hitze st├Âhnen. Er schrieb das M├Ąrchen einst in der Stadt, in der ich – Jahre sp├Ąter, versteht sich – die Oberschule besuchte.

Als Bilder und Text in der Redaktion sind, gibt es zur Belohnung Kaffee und Ruhe. Ich lese ein wenig herum und ├╝berlege, wie sich Amazon das so vorstellt: Die Autoren werden ab jetzt nach gelesener Seite bezahlt. Ich nehme aber an, dass der K├Ąufer – auch wenn er das E-Book nicht lesen sollte, trotzdem den ganzen Preis bezahlen muss. Oder? Was passiert eigentlich dann mit dem ├ťberschuss, dem Rest, dem, was beim Kauf bezahlt wird, aber nicht beim Autor ankommt?

Wenn ich mir ein Auto kaufe, bezahle ich dem Autoh├Ąndler ja auch den geforderten Preis. Bezahlt der dann – je nach gefahrenen Kilometern – den Hersteller? F├╝r ein Auto, das nur in der Garage steht und nicht gefahren wird, kriegt der Hersteller dann nichts?

Vielleicht sollte ich mir das mal von jemandem erkl├Ąren lassen, der von Wirtschaft mehr versteht, als ich.

Ich fahre lieber mit dem Lieblingsmann auf den Keller. Dort ist auch eine Wirtschaft.

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Wandertafel am Parkplatz

Erg├Ąnzung: Wir fahren auf den Kreuzberg, und gehen dort auf den Lieberth-Keller. Das ist der kleine Keller in der Mitte, der uns ohnehin am sympathischsten ist. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Keller sehe ich, dass die Schuhe, die neulich schon an der Wegtafel standen, immer noch stehen: „Wanderer, kommst du nach Sparta, verk├╝ndige dorten, du habest Uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl.“

 

 

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Schuhe zu F├╝├čen der Wandertafel

Ein Stieglitz h├╝pft unter den Bierb├Ąnken und sucht nach Futter. Fliegt auf, als ein P├Ąrchen kommt: Sie in wei├č-blond, mit Doppelkinn und Dreifachbauch im kleinen Schwarzen. Eng, selbstverst├Ąndlich – und mit Pailletten am Ausschnitt. Er in brauner Tarnfleckhose, knielang, mit Aufschrift „Dragon Star“.

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Bier auf dem Keller.

Am Nebentisch mahnt die Frau ihren Mann, der vor einem Teller mit Pommes und Schaschlik sitzt: „Brauchst dich nicht so zu beeilen, isst dir keiner was weg!“

Tagebuchbloggen am 5. Juni

Was machst du eigentlich den ganzen Tag – oder kurz: wmdedgt? Das fragt Frau Br├╝llen an jedem 5. des Monats. Mein Tag heute:

Um f├╝nf ist die Nacht zu Ende. Drau├čen krakeelen die Spatzen und ich bin wach. Da stehe ich lieber auf, als weiter im Bett zu liegen. Eine Tasse mit Glaubersalz – schmeckt nicht, ist aber n├╝tzlich, wenn ich eine Woche fasten m├Âchte. Das mache ich gelegentlich – aus mehreren Gr├╝nden. Damit sich der fiese Geschmack im Mund wieder verzieht, koche ich mir hinterher noch eine gro├če Tasse Kaffee und lese Zeitung, w├Ąhrend ich den Kaffee trinke. In der K├╝che h├Âre ich den Fr├Âschen zu, die zwei Grundst├╝cke weiter den Gartenteich bev├Âlkern und ein Morgenkonzert geben.

Dann setze ich mich an den Laptop, der fr├╝he Vogel ist auch schon da. Die Kohlmeise hat entdeckt, dass seit gestern wieder ein Meisenkn├Âdel im Futterh├Ąuschen liegt, fliegt diesen gewisserma├čen im Minutentakt an, pickt den Schnabel voll und startet wieder. Der Nachbar von gegen├╝ber kommt mit einem Koffer aus seiner T├╝r. Hurra: Jetzt brauche ich mir – wenigstens f├╝r eine Weile – nicht mehr die Finger├╝bungen auf dem Keyboard anzuh├Âren. Da der Nachbar dabei immer sein Fenster offen l├Ąsst, haben alle etwas davon. Vielleicht sollte ich einfach nur froh dar├╝ber sein, dass er kein Geld daf├╝r haben will? Ich wei├č es nicht.

Ich sitze an meinem ersten Text, da dr├Âhnt das M├╝llauto durch die Stra├če und die beiden M├╝llm├Ąnner poltern mit den M├╝lltonnen vom B├╝rgersteig hin zum Auto, dann hebt die Mechanik die Tonne hoch – fzschsch – anschlie├čend wird die Tonne wieder zur├╝ckgerumpelt. Ganz nach dem Motto: Nur dort, wo Krach und Dreck entstehen, wird auch richtig gearbeitet. Gut. Dann arbeite ich eben nicht richtig, schreibe allerdings trotzdem weiter. Die Deadline grinst schon.

Zwei Stunden weiter sind bereits zwei Texte fertig. Ich bin ganz stolz auf mich und belohne mich mit einem P├Ąuschen, mache mir einen Tee, lese Zeitung und h├Âre zu, wie es in meinem Bauch gluckst und gluckert. Huh. Mir f├Ąllt ein, dass ja gestern – trotz Feiertag – die Gem├╝sekiste kam. Da muss ich nachher aussortieren, in: Kommt in den K├╝hlschrank und wartet auf die Lieblingshausziege und in: Muss ich verarbeiten und einfrieren. Fasten hei├čt ja, nichts essen. Auch wenn ich damit nicht das Gem├╝se davor bewahren kann, dass es sich ein wei├čes Pelzchen ├╝berzieht. Achja: Weiter mit dem n├Ąchsten Text, damit bis Mittag alles geschafft ist.

Zw├Âlf Uhr mittags: Fertig mit der Arbeit. Jetzt geht es in die K├╝che, Gem├╝se putzen und verarbeiten. Auf dem Balkon ist es mir um diese Zeit entschieden zu hei├č. Also: Jalousien runter. Dann ist es zwar dunkel, bleibt aber k├╝hl. Ich mache mir noch einen Tee, und fange mit der K├╝chenarbeit an.

Ein Uhr: P├╝nktlich zum Beginn der Mittagsruhe f├Ąngt der Nachbar, mit dem wir hier und hier schon viel Freude hatten, damit an, die Pf├Ąhle f├╝r seinen neuen H├╝hnerstall mit einem kleinen R├╝ttelfrosch und viel Krach in die Erde zu rammen. Toll. Vermutlich ist er dann bis drei Uhr nachmittags damit fertig.┬áDabei ist er gar kein Maurer, sondern Steinmetz, br├Ąuchte also gar nicht p├╝nktlich zu arbeiten. *fingerindieohrenstopf* So. Gulasch ist eingefroren, die dicken Bohnen m├╝ssen noch abk├╝hlen, der Spitzkohl ebenso.

Da ich mich heute – glaubersalzbedingt – immer wieder auf der Toilette aufhalte, habe ich f├╝r die Fastenzeit zwei sch├Âne Kochb├╝cher als passende Lekt├╝re ausgesucht. Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, wie viel Zeit ich pl├Âtzlich habe, wenn sowohl das Kochen, als auch das Essen selbst einfach wegf├Ąllt. Ich habe Zeit – und putze eben mal das Fenster der Lieblingshausziege und hoffe einfach, dass sie sich dar├╝ber freut, wenn sie wieder zu Hause ist. Auf dem Balkon stehen noch zwei T├Âpfchen mit Freugem├╝se, die darauf warten, dass ich sie in die Balkonk├Ąsten an den Stellen einpflanze, wo es inzwischen – saisonbedingt – die ersten L├╝cken gibt: S├Ąmtliche Hornveilchen und Stiefm├╝tterchen haben n├Ąmlich jetzt endg├╝ltig beschlossen, dass es ihnen mit Bl├╝hen reicht.

Zur├╝ck am Laptop st├╝rmt neben mir eine dicke Fliege immer wieder auf das Fenster ein, und haut sich den Kopp an. Ob die irgendwann kapiert, dass sie Glas so nicht zum Platzen kriegt? Solange sie mich nicht weiter bel├Ąstigt, au├čer ihrem ssssss-bong, lasse ich die Fliegenklatsche noch in der K├╝che. Aber wenn, dann wehe! Puh. (Hab ich schon gesagt, dass es heute hei├č ist, ich meine: Richtig hei├č, so mehr als 30 Grad im Schatten. Da gehe ich doch nicht raus, jedenfalls jetzt noch nicht.)

Der Blattspinat ist auch schon in der Pfanne vorbereitet, wird gleich in ein Plastikt├Âpfchen gesperrt und anschlie├čend – abgek├╝hlt, versteht sich – in das ewige Eis versenkt. Jetzt ist genau die richtige Gelegenheit, in der K├╝che den Boden zu wischen: Wenn niemand kocht, wird schlie├člich auch nicht so schnell wieder etwas dreckig, logisch. Zwischendrin hat der Postbote geklingelt, und zwei Pakete abgegeben. In dem gro├čen Paket sind die Kugelauflagen f├╝r die Autositze drin, das ist genau richtig bei diesen Temperaturen. Und im kleinen Paket sind zwei St├Âffchen drin, eines f├╝r mich und eines f├╝r die Lieblingshausziege, au├čerdem ein Garnkn├Ąuel f├╝r Socken. Damit ist mein Programm f├╝r heute beschlossen: Schnitt raussuchen, zuschneiden, n├Ąhen. Oder so. Viel Spa├č allen anderen noch bei: wmdedgt aka: Was machst du eigentlich den ganzen Tag.

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Ein Samstag, einfach so

Garten

Verregnete Erdbeerpflanzen

Gerade waren die Erdbeerpflanzen ganz frisch vom Unkraut befreit, schon regnete es und der Islandmohn rollte seine Bl├╝ten einfach ein und bastelte spitze T├╝ten daraus.

Ein paar Minuten sp├Ąter schien die Sonne und ich konnte noch den letzten leeren Blumenkasten auf dem Balkon mit Petersilie und Schnittlauch bepflanzen. So brauche ich nicht weit zu gehen, wenn auf dem Butterbrot einfach Gr├╝nzeug liegen soll.

Das Kind n├Ąht sich eine neue Lieblingshose f├╝r zu Hause, eine ganz bequeme. Leider haben sich die ├ľsen irgendwohin verkrochen, so dass sie heute noch nicht damit fertig werden kann.

Da der untere Bewohner des Hauses gestern ein Reh mitgebracht hat, gab es heute Mittag dessen Innereien: Die Leber in Cassis, Herz und Nierchen in Rotwein geschmort und die Lunge lieber f├╝r die Katz. Dazu Reis und Salat.

Kind kuckte Film, ich besuchte noch ein Chorkonzert und Blasmusik und der Tag klang v├Âllig unspektakul├Ąr aus, so wie er schon den ganzen Tag war: Ein ganz normaler Samstag, ruhig, friedlich und ganz gelassen. Neuerdings tummelt sich ├╝brigens nicht nur das uns schon wohlbekannte Blaumeisenp├Ąrchen am Meisenkn├Âdel, sondern sogar ein Spatz.

Tagebuchbloggen: 5. Mai

Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Als ich aufstehe, juckt mir das ganze Fell: Ein schlimmer Anfall von Urticaria (Nesselsucht) l├Ąsst mich aussehen, als h├Ątte ich meine Nacht in einem Bett voller Brennnesseln verbracht. Das juckt! Ich gehe duschen, so kalt es nur geht, rubbele nicht zu viel an mir herum und ziehe einfach ein leichtes Kleid ├╝ber. Schlie├člich soll es hei├č werden und diese Juckerei ertrage ich besser, wenn es k├╝hl ist. Woran das liegt? Keine Ahnung. Es kommt immer mal, gl├╝cklicherweise im Abstand von mehreren Jahren, und ist etwa nach drei Tagen wieder vorbei.

Zeitung lesen, Mails lesen, Blogposts lesen, Kaffee trinken: Dann muss ich schon los. Ich habe einen Termin beim Amtsgericht, ├╝ber den ich berichten soll. Ein knapp zwanzigj├Ąhriger, der mit seinem Fusselbart, dem Sweatshirt mit Kapuze und den Turnschuhen mit pinkfarbenen Sohlen ein bisschen aussieht, wie ein zu gro├č geratener Teddyb├Ąr, hat Menschen beleidigt und bedroht, sagt die Anklage. Er erz├Ąhlt seine Version des sp├Ąten Abends, die Zeugen ihre. In einer Verhandlungspause, in der sein Anwalt mit der Richterin dar├╝ber verhandelt, wie weiter verfahren werden soll, umarmt er seine Mutter, legt die Arme um sie und schmust mit ihr. Immerhin finanziert sie ihm sein Leben, da er weder Arbeit hat, noch irgendwelches Geld, daf├╝r aber heute schon die achte Gerichtsverhandlung. Er bekommt eine Bew├Ąhrungsstrafe, mit etlichen Auflagen. Die Richterin versucht ihm zu erkl├Ąren, dass sie ihn beim n├Ąchsten Mal einsperren l├Ąsst, auch wenn sie nicht glaubt, dass das etwas n├╝tzt.

Kurz ein paar Dinge einkaufen, wieder nach Hause, wieder das leichte Kleid anziehen, schreiben. Wenn ich mich auf andere Dinge konzentrieren kann, ist das juckende Fell leichter zu ertragen. Das Kind kommt aus der Schule, und macht uns schnell was zu essen, weil ich bis jetzt keine Zeit dazu hatte: Reis mit Fischst├Ąbchen gibt es. Auf die Fischst├Ąbchen bekam ich einfach Lust, als ich einkaufen war. Das kommt vor. Weiterschreiben, gelegentlich das juckende Fell mit kaltem Wasser k├╝hlen – das hilft – und dem Meisenp├Ąrchen dabei zusehen, wie sie den Meisenkn├Âdel im Futterh├Ąuschen langsam vertilgen. Ich glaube, die f├╝ttern ihre Jungen im Nest damit. Nur sehr gelegentlich l├Ąsst sich mal ein Spatz am Futterhaus blicken.

Weiter schreiben. Das lenkt einigerma├čen ab. Zwischendrin kommt die Katze und dr├Ąngt sich zwischen Tastatur und Monitor, weil sie Beachtung und Streicheleinheiten braucht. Nach einer Weile hat sie genug, setzt sich auf das N├Ąhk├Ąstchen, das immer noch auf meinem Schreibtisch steht und versucht, den Deckel mit der Pfote zu ├Âffnen, auf dem sie gerade sitzt. Eigentlich wollte ich ja ein Lesekissen n├Ąhen, das Innenleben liegt auch fertig gen├Ąht vor mir. Ich bin nur mit der F├╝llung noch nicht zufrieden. Mal sehen, was mir da einf├Ąllt. Die Katze liegt jedenfalls ganz gerne auf den zwei Kilo Getreide, die ich ins Innenleben gekippt habe. Leider br├Ąuchte ich mehr davon, dann wird mir das Kissen aber zu schwer. Wenn also irgendjemand eine Idee hat, bitte her damit.

Schnell noch ein Brot essen und noch einmal ausgehfertig umziehen. Schlie├člich muss ich noch zur Gemeinderatssitzung. Vor zwei Wochen wurden die Gemeinderatsvertreter mit ihrer Sitzung nicht fertig, also gibt es heute den zweiten Teil der noch offenen Tagesordnungspunkte. Hoffentlich brauchen sie nicht wieder so lange. Drei Stunden sind konzentrationstechnisch schon ziemlich lang. Immerhin muss ich ja wenigstens die Bemerkungen notieren, mit denen sich die einzelnen Fraktionen ihre Argumente um die Ohren werfen. Als ich nach dem ├Âffentlichen Teil der Sitzung schnell nach Hause fahre, ist es schon dunkel.

Das Kind kniet b├Ąuchlings auf dem Sofa und schreibt einen Brief mit Feder und Tinte an die beste Freundin, der Lieblingsmann guckt am Laptop den „Faust“ in der Inszenierung mit Gustaf Gr├╝ndgens. Dazu hat er die Kopfh├Ârer vom Kind auf, so kommen sie sich ger├Ąuschtechnisch weniger ins Gehege. Zwar hat das Kind auch ein eigenes Zimmer, in dem sogar ein Schreibtisch steht, doch da sie nach ihren eigenen Angaben ein Gesellschaftstierchen ist, ist sie eigentlich immer da, wo wir auch sind. Sehr nett.

Ich dagegen trinke schnell noch ein Glas Wasser, ziehe mein Nachthemd an, lege mich ins Bett und hoffe, dass das Buch, das neben dem Kopfkissen liegt, spannend genug ist, so dass ich irgendwann trotz des juckenden Fells einfach einschlafen kann.

Wer wissen will, was andere Blogger den ganzen Tag lang machen, guckt einfach bei Frau Br├╝llen vorbei. Da beschreiben noch viele ihren Tag unter dem Motto: Was machst du eigentlich den ganzen Tag, oder WmdedgT?

12 Bilder vom 12. April

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Fr├╝hst├╝ck mit Osterbrot.

Es ist Sonntag. Da wird erst ausgiebig gefr├╝hst├╝ckt – mit Osterbrot und selbstgemachter Marmelade aus Brom- und Johannisbeeren.

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Blumen auf Balkonien

Anschlie├čend zeigt ein Blick auf den Balkon, dass die Blumen, die ich gestern gekauft und in gr├Â├čere T├Âpfe gesetzt habe, alles gut vertragen haben. Prima. Kriegen sie also noch einen Schluck Wasser, und wir k├Ânnen einen Ausflug machen.

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Hier darf kein Pferd ├Ąppeln. Oder?

Der Ausflug geht nach Wei├čenohe, ins Lillachtal – wir wollen an den Sinterterrassen entlang zur Lillachquelle laufen. Ich dachte immer, dass die Pferde ├Ąpfeln, wenn sie den Schwanz so hochheben, wie auf diesem Schild.

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Zwei Paar Schuhe.

Wie jeder hier unschwer erkennen kann, kam sogar die Lieblingshausziege mit auf den Ausflug. Das freut das Muttertier. ­čÖé

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Sinterterrassen bei Wei├čenohe.

Die Sinterterrassen bei Wei├čenohe: Das ist gerade noch so im Landkreis Forchheim, aber nahe genug an N├╝rnberg, dass viele Menschen von dort aus hierher einen Ausflug machen. Da die Stadtmenschen nur einmal in der Woche eine gr├╝ne Verkehrsinsel sehen, m├╝ssen sie sich ausr├╝sten und anziehen, als ginge es ins Hochgebirge, wenn sie hier in der Fr├Ąnkischen Schweiz unterwegs sind: Rucks├Ącke, Wanderst├Âcke, wetterfeste Jacken, Bergstiefel, Isomatten, Trinkflaschen…

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Sinterstufen bei Wei├čenohe.

Mitten im Wasser bl├╝ht schon was und sieht aus, wie eine Sumpfdotterblume.

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Die Lillachquelle

Hier ist jetzt die Lillachquelle. Weil noch Osterzeit ist, ist sie ebenfalls h├╝bsch geschm├╝ckt. Die Sinterstufen bildeten sich, weil das Wasser sehr kalkhaltig ist und sind inzwischen gut 10.000 Jahre alt. Wer mehr wissen will, kann das hier nachlesen.

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Klosterbrauerei Wei├čenohe.

Anschlie├čend haben wir gegessen, aber nicht hier im Bierhimmel. Der ist in der Klosterbrauerei Wei├čenohe.

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Kirchenfenster in Schnaittach.

Es war noch Zeit, der Tag wollte schlie├člich gut genutzt werden. Also beschlossen wir – weil es nicht so weit ist – noch nach Hersbruck zu fahren. Auf dem Weg lag Schnaittach. Die Kirche fiel uns auf, weil sie einen alten Turm neben einem relativ neuen Kirchenschiff hatte. Dieses wurde 1933 gebaut, wie eine Tafel verriet. ├ťber dem Eingang leuchtete das bunte Fenster.

 

 

 

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Bergfestung Rothenberg

├ťber Schnaittach thront die Bergfestung Rothenberg. Wir haben das Auto abgestellt, sind hochgelaufen, aber nicht in die Festung hineingegangen. Die Mauern der Festung sahen aus, als w├Ąren sie aus Beton gegossen.

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Hersbruck

In Hersbruck gab es Eis, bevor es wieder nach Hause ging.

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Lieblingsblumen auf dem Balkon.

Jetzt freue ich mich noch auf eine sch├Âne Balkonzeit, mit Buch und Blick auf die Blumen.

Noch mehr Bilder vom jeweils 12. jeden Monats gibt es bei: Drau├čen nur K├Ąnnchen.

Tagebuchbloggen

K├╝rzlich habe ich entdeckt, dass ich bei Frau Br├╝llen unter der Rubrik: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“, h├╝bsch abgek├╝rzt unter: WMDEDGT, viele Menschen einfach aufschreiben und verlinken, was sie den ganzen Tag lang so machen. Da das besonders bei jemandem wie mir, der gef├╝hlt den ganzen Tag am Laptop Texte schreibt, so aussieht, als mache ich nichts, beteilige ich mich heute mal daran.

Gestern Abend hatte ich zwei Termine: Erst eine Jahreshauptversammlung vom Obst- und Gem├╝sebauverein. Die war schneller zu Ende, als ich gehofft hatte, und so war ich f├╝r meinen zweiten Termin etwas zu fr├╝h dran und musste warten, bis die Taucher aufgetaucht und in der Pizzeria angekommen waren.

Dank dieser Termine kam ich gestern etwas sp├Ąter ins Bett, als gew├Âhnlich – und als der Wecker klingelte und die Lieblingshausziege zum Wecken kam, drehte ich mich noch ein paar Minuten auf die andere Seite. Im Gegensatz zu den beiden, die noch hier wohnen, muss ich ja nicht p├╝nktlich in einer Schule oder an der Arbeit sein. Aber nicht lange, dann fiel mir ein, was heute alles noch erledigt werden wollte – und so war ich doch mit einem Hupf aus dem Bett.

Einen gro├čen Kaffee getrunken, etwas Zeitung gelesen, gewartet, bis ich mit der Katze allein in der Wohnung bin und dann habe ich erst einmal den Ofen angefeuert, den Computer hochgefahren und mit Schreiben angefangen: Zun├Ąchst den Text ├╝ber die Sitzung des Gemeinderates, der noch nicht ganz fertig war, den Text ├╝ber die Jahreshauptversammlung und dann zwei Blogtexte f├╝r eine Geb├Ąudereinigungsfirma.

Zwischendrin geduscht, Katze gestreichelt, die frisch gelieferte Gem├╝sekiste nach oben geholt, ordentlich angezogen und zum Termin in die Bank: Hier bekam ich erz├Ąhlt, wie deren Bilanz im vergangenen Jahr war, dar├╝ber muss ich dann aber erst morgen schreiben. Hoffte ich. Wieder nach Hause, einen Apfel essen, zur├╝ck an den Laptop. Noch einen Blogtext f├╝r die Geb├Ąudereinigungsfirma. Jetzt sind es nur noch vier – von insgesamt 13.

Zwischendrin war es l├Ąngst Mittag und der Lieblingsmann kam von der Arbeit nach Hause. Heute hatte ich es allerdings noch nicht geschafft, das Essen vorzubereiten. Da in der Gem├╝sekiste ein sch├Âner frischer Salatkopf ist, sollte es diesen heute geben. Da der Lieblingsmann sah, dass ich am Tippen bin, fing er an, den Salat zu basteln. Ich roch schon die gebratenen Speckw├╝rfelchen, linste in die K├╝che und sah: Ich irrte mich. Es wurden Schinkennudeln vorbereitet. Das ist immerhin ein von den Teenies sehr gesch├Ątztes Futter, wenn die Lieblingshausziege mit ihrem Schahatz kommt, wird ordentlich gespachtelt und nicht am Essen gem├Ąkelt.

Weiter an den Texten. Noch vor dem Mittag wurde einer fertig: Jetzt waren es nur noch drei. Inzwischen klapperte in der K├╝che das Besteck. Ich hatte inzwischen auch ordentlich Hunger. Einen Salat gab es trotzdem, zu den Schinkennudeln. Nur die Lieblingshausziege kam nicht. Da hab ich wohl wieder nicht hingeh├Ârt, als sie ganz genau und detailliert erkl├Ąrt hat, wo sie wann ist und wo nicht. Also stiefelte der Napf mit den ganzen Nudeln zur├╝ck in den Herd, schlie├člich sollte die Katze ihr eigenes Futter fressen.

Der Lieblingsmann sauste wieder fort, ich r├Ąumte die K├╝che noch ein bisschen auf und bereitete mir einen Espresso, gegen das Fresskoma. Immerhin waren die Nudeln wirklich lecker. Da mir beim Schreiben die Sonne den Pelz gew├Ąrmt hatte, verga├č ich glatt, rechtzeitig Holz aufs Feuer zu legen. Also legte ich ein St├╝ck Holz auf, und hoffte, dass es wieder anbrennt. Tat es nicht. Ich legte die leere Nudelpackung unter das angekokelte Holzst├╝ck – und hoffte wiederum. Doch, das Feuer fing wirklich wieder etwas an zu flackern. Auf in den Endspurt: Noch zweieinhalb Texte.

Zwischendrin meldete sich das Taschentelefon und m├Âchte, dass ich die Akkus wieder auflade. Gerne doch. Noch anderthalb Texte.

Drau├čen der Himmel war sch├Ân blau, ich w├Ąre gerne rausgegangen. Wenigstens f├╝r ein halbes St├╝ndchen. Doch ich bin noch nicht fertig. Noch einen Text.

B├Ąh. Langsam zogen dicke graue Wolken ├╝ber den Himmel. Menno. Ich wollte doch noch raus. Noch zweihundert W├Ârter.

fr├Ąnkischer tag 1423

Enten? G├Ąnse? Egal.

Zwanzig vor f├╝nf: Endlich geschafft. Schnell umziehen und nichts wie raus. Ich brauchte dringend Auslauf. Das Foto zeigt auch, dass Sensor putzen angesagt w├Ąre. Leider habe ich das noch nie gemacht. Wei├č jemand, wie ich das machen sollte?

Die Lieblingshausziege war immer noch nicht da. Daf├╝r wollte die Katze auf meinen Arm zum kuscheln. Der Tag war dann bald zu Ende, es gab Abendbrot und noch einen Termin: Jahreshauptversammlung beim Sportverein.