Tagebuchbloggen am 5. MĂ€rz

Heute ist wieder der 5. des Monats – und da möchte Frau BrĂŒllen wissen, was wir so den ganzen Tag lang machen. Sie nennt das WMDEDGT: Was machst du eigentlich den ganzen Tag und versammelt eine ganze Reihe an TagesablĂ€ufen hier. 

Die Lieblingshausziege ist heute alleine zum BlusennĂ€hkurs, das heißt: Ich habe sie hingefahren und werde sie spĂ€ter wieder abholen. Zwar hat sie zu ihrer nicht-original-frĂ€nkischen Tracht schon eine Bluse genĂ€ht, aber eine zweite sollte es trotzdem noch sein.

Kurze Zeit spĂ€ter war ich zu einem Termin in einem anderen Nachbarort, dort wurden die RĂ€ume der zwei Krippengruppen vom katholischen Pfarrer gesegnet und ordentlich mit Weihwasser bespritzt. Vorher haben die Leiterin, der BĂŒrgermeister, der Pfarrer und der Architekt geredet, sich bedankt und gesagt, wie sehr sie alle das freut, dass es jetzt so schöne RĂ€ume fĂŒr die Krippenkinder gibt. Die Kinder wirkten allerdings ziemlich unsicher: Sie hielten sich an Papas Hosenbeinen fest, wollten um keinen Preis vom Arm herab oder sich auch nur einen Schritt vom jeweiligen Elternteil wegbewegen. Was ja auch logisch war: Sind sonst 11 Kinder mit zwei Erzieherinnen allein im Raum, standen jetzt die Erwachsenen so dicht, dass kaum noch Platz war.

Als ich zurĂŒckkam, jaulte die KreissĂ€ge vor dem Haus: Der Bruder des Mitbewohners quĂ€lte die gesamte Umgebung und sĂ€gte Holz. Der Nachbar zur Linken fĂŒhlte sich herausgefordert und hielt mit seiner eigenen KreissĂ€ge dagegen. WĂ€hrend die KreissĂ€ge vom Nachbarn einfach schneller drehte und somit nur ein leises „sssss“ ertönen ließ, sang die andere mit jedem HolzstĂŒck ein lautes „Wiiiieeeiiieee“. WĂ€hrend der Bruder sĂ€gte, verstaute sein Vater alles sorgfĂ€ltig im HĂ€nger, so dass es dann gleich abgefahren werden konnte.

Da wir heute Abend zu einem Geburtstag eingeladen sind, bleibt die KĂŒche heute kalt. Trotzdem backe ich zwei KĂ€sekuchen mit Blaubeeren und die Königsberger Klopse lungern auch schon im Topf. Schließlich will die Lieblingshausziege was essen, wenn sie vom NĂ€hen heimkommt.

Ich habe noch ein Bild fertiggemalt, das wird heute gleich verschenkt. Und weil noch Zeit ist, lege ich mich jetzt aufs Sofa, und lese. we 045

 

Tagebuchbloggen am 5. Januar

Jeden 5. im Monat ruft Frau BrĂŒllen zum gemeinsamen Tagebuchbloggen auf. Sie will wissen, was wir eigentlich den ganzen lieben Tag lang machen, oder in kurz: WMDEDGT (Was machst du eigentlich den ganzen Tag).

Mein Tag begann unspektakulĂ€r. Nach einer Tasse Kaffee galt es, aus den gestrigen Notizen im Block einen Text zu basteln und gemeinsam mit den Bildern in die Redaktion zu schicken: Bei einem Sportverein können FlĂŒchtlinge Volleyball spielen, einfach so, nur zum Spaß und gelegentlich spielen auch ein paar andere Jugendliche und Erwachsene mit.

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Da der Mitbewohner noch zwei Tage Ferien hat, brauchte ich mich mittags zum Essen nur an den gedeckten Tisch zu setzen. Selbst das Besteck lag schon parat. Was fĂŒr ein Luxus. Anschließend gab es noch eine Tasse Milchkaffee, die Arbeit war ja fĂŒr mich noch nicht zu Ende.

Ich fuhr in eine kleine Stadt, auf der ich neulich noch die Störche in ihrem Nest auf dem alten Rathaus oben klappern sah. Dort traf ich mich mit einem Mann, der eine Gruppe fĂŒr alkoholkranke Menschen und deren Angehörige grĂŒnden möchte. Wir haben uns eine Stunde lang unterhalten, der Text darĂŒber wird am Freitag in der Zeitung zu lesen sein.

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Schilf am Weiher.

Als ich zurĂŒckfuhr, hat es gerade einmal nicht geregnet. Hurra. Auto an den Wegrand, aussteigen und ein StĂŒck gehen. Der Nebel hat alles in der Ferne hĂŒbsch eingehĂŒllt, so dass es wie bei einem Weichzeichner weit weg schien. Ich lief ein Weilchen erst nach links, dann geradeaus, wieder nach rechts und in etwa zurĂŒck. Dachte ich. Doch ich hab es verwechselt – und war dann deutlich lĂ€nger unterwegs, als ich ursprĂŒnglich gedacht habe. Nunja. Es gibt schlimmeres. Irgendwann war ich wieder beim Auto, stieg ein und fuhr das kurze StĂŒck bis nach Hause. Hier war es schön warm, hier gab es jetzt das gestern frisch gebackene Brot mit FrischkĂ€se, ein paar kleine Tomaten und Tee.

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Weiherlandschaft mit Schnee und Nebel.

Schluss fĂŒr heute. Ich muss noch das Feuer angucken und zwei KissenbezĂŒge nĂ€hen.

Tagebuchbloggen am 5. Oktober

Es wird gerade hell und ich ziehe die Jalousie hoch. Ab jetzt habe ich freien Einblick in das noch leere Vogelhaus.

Der erste Spatz kommt. Der zweite wartet noch auf dem Giebel gegenĂŒber, ob irgendeine Gefahr droht, da sich nichts rĂŒhrt, landet er erst auf dem Dach vom VogelhĂ€uschen und stĂŒrzt sich kurze Zeit spĂ€ter auf das Futter, als wĂŒrde sonst nichts fĂŒr ihn bleiben. Nach einer Weile sind die beiden Spatzen wohl satt und fliegen auf und davon.

Noch ist der Spatz dran.

Eine Blaumeise landet links neben dem Blumenkasten und hĂŒpft vorsichtig auf dem GelĂ€nder entlang – in Richtung Vogelhaus. Niemand da? Nein, niemand da. Sie steckt ihren etwas zerzausten Schopf in Richtung Meisenknödel, pickt vorsichtig und guckt sich immer wieder um, ob niemand naht. Nein, es kommt kein Spatz. DafĂŒr kommt eine zweite Meise, eine Kohlmeise. Die ist ein kleines bisschen grĂ¶ĂŸer und sieht auch nicht so zerrupft aus, passt aber bequem neben die Blaumeise. Beide picken.

Spatz im Anflug. Sofort machen die Meisen Platz. WĂ€hrend sich der Spatz im Vogelhaus breitmacht, picken die Meisen von außen am Knödel. Der Spatz geriert sich als Platzhirsch, pickt nach den Meisen und jagt sie weg. Jetzt kommen weitere drei Spatzen und es entsteht ein wildes Gerangel ums Futter. Leute, es ist genug fĂŒr alle da, und wenn der Meisenknödel alle sein sollte, kriegt ihr von mir einen neuen. Verstanden?

Offensichtlich nicht. Es wird weiter gezankt. Zwei weitere Spatzen fliegen an und ich wundere mich: Wie funktioniert eigentlich die Spatzenkommunikation? Haben die ein spezielles Telefon oder einen Ausrufer, so nach dem Motto: Kommt alle her, hier gibt es etwas umsonst? Tschilpen die Spatzen so laut, dass es alle anderen Spatzen im Umkreis von drei Kilometern hören?

Auf der nachbarlichen Treppe von gegenĂŒber stiefelt die Katze hoch und setzt sich oben auf den Treppenabsatz vor dem Eingang. Sie wird aufmerksam, setzt sich in Positur und Ă€ugt. Zum GlĂŒck fĂŒr die Spatzen liegen sechs Meter Luftlinie zwischen Katzenpodest und BalkongelĂ€nder, die kann die Katz nicht mit einem Hupf ĂŒberwinden.

Aber die Spatzenbande zieht doch lieber ab, sicher ist sicher.

FĂŒr eine Weile ist Ruhe vor dem Fenster. Dann kommt ganz seltener Besuch: Eine Goldammer. Die waren im vergangenen Jahr öfter da, als ich noch Rauke im Blumenkasten hatte, und sie dort die reifen Schoten abgeerntet haben. Einige der Raukenkörnchen fielen zwischen die Balkonfliesen, keimten, es wuchs neue Rauke und jetzt – das hatte ich noch gar nicht bemerkt – ist sie wieder verblĂŒht und ihre Körnchen warten auf die Goldammern. Prima.

Goldammer auf BalkongelÀnder.

Ich? Ob ich auch noch was gemacht habe? Heute?

Nicht viel: Text geschrieben, SteuererklĂ€rung fertig gemacht, mit der Lieblingshausziege eine Runde gelaufen und jetzt lernen wir noch tanzen. Die BĂŒgelwĂ€sche liegt immer noch, der Staub tanzt in der Luft und es gĂ€be noch so viel zu tun. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Jetzt wisst Ihr, was ich so gemacht habe, die anderen gibt es bei Frau BrĂŒllen zu lesen. (Klick auf den Link)

Tagebuchbloggen am 5. August: Sevilla

Sevilla

FrĂŒhstĂŒck in Sevilla.

FĂŒr meine VerhĂ€ltnisse stand ich heute relativ spĂ€t auf. Allerdings war die Nacht – so viel Jammern auf hohem Niveau darf sein – einfach heiß. Der Miefquirl lief, damit die Luft wenigstens etwas bewegt wurde, das Fenster stand weit offen, die TĂŒr ebenfalls. Das machte auch nichts, wir hatten hier in Sevilla ein Haus fĂŒr uns ganz alleine, obwohl wir eigentlich nur ein Zimmer brauchten. Außer uns war schließlich niemand so blöd, und guckt sich im August Sevilla an. Doch, ein paar Touristen waren trotzdem da und drĂ€ngelten sich ĂŒberall mit aufs Bild, wenn ich nicht aufgepasst habe.

Sevilla.

Sevilla. Innenstadt.

Da ich die Pflicht in Sevilla: Alcazar, Kathedrale und so weiter schon absolviert hatte, blieb mir die KĂŒr: Heute war Bummeln in kleinen GĂ€sschen angesagt. Die gab es im ehemaligen Judenviertel, das allerdings schon lange keines mehr ist. Eng war es. Da die HĂ€user so dicht standen, dass die Sonne nicht bis nach unten schien, blieb es relativ schattig und kĂŒhl. FrĂŒher musste hier nur ein Esel mit zwei WasserfĂ€ssern durchpassen – mit Autos hat damals noch niemand gerechnet.

Sevilla.

Sevilla. Enge Straßen.

Unterwegs waren die meisten zu Fuß. Davon dĂŒrfte der grĂ¶ĂŸte Teil Touristen sein, so wie ich. Die Spanier fuhren mit Rollern, MotorrĂ€dern oder FahrrĂ€dern. Unterwegs gab es immer was zu gucken, auch wenn ich weder ein Kleid, noch einen FĂ€cher oder eine Tasse gekauft habe.

Sevilla.

Sevilla. Andenkenladen.

Sevilla.

Sevilla. Zwei SÀulen aus römischen Zeiten.

An einem Platz standen diese beiden SĂ€ulen. Die haben die Römer einmal hier aufgestellt – und vergessen, sie beim Abzug wieder einzusammeln.

Sevilla.

Sevilla. Gazpacho und Kaffee.

Es war mittags: Zeit fĂŒr einen heißen Kaffee und eine kalte Gazpacho. Gleich neben den SĂ€ulen gab es die kleine Leckerei, die bei dieser Temperatur durchaus als Essen durchging.

Sevilla.

Sevilla.

Ein StĂŒckchen weiter waren kaum Menschen in den Straßen unterwegs, dafĂŒr aber die Jalousien hĂŒbsch verziert. Mittags haben die LĂ€den ĂŒbrigens fast alle zu – und machen erst abends wieder auf.

Sevilla.

Sevilla.

Dort, wo die Straßen wieder breiter waren, spendete Stoff den nötigen Schatten und ich schlich zurĂŒck zur Unterkunft. Vielleicht gehe ich noch einmal los, wenn es spĂ€ter etwas kĂŒhler wird. Lasst euch ĂŒberraschen.

Irgendwann war einfach Appetit auf Tapas da. Eben mal so. Aber das ist in Sevilla ĂŒberhaupt kein Problem.

Sevilla.

Sevilla. Tapas Bar.

Und der RĂŒckweg zeigte, dass immer noch einiges los war. Noch nicht mal die Pferdchen vor den Kutschen hinter der Kathedrale hatten Feierabend.

Sevilla

Sevilla. Hinter der Kathedrale.

Und auf dem Platz war auch noch eine Menge los.

Sevilla

Sevilla. Hinter der Kathedrale.

Aber mir reichte es fĂŒr heute. Morgen ist auch noch ein Tag, da geht es weiter, mit dem Zug nach Cordoba. Die rechte TĂŒr von den beiden, das ist die Richtige fĂŒr diese Nacht.

Sevilla

Sevilla.

 

Das ist mein Beitrag zum „WMDEDGT“ aka: Was machst du eigentlich den ganzen Tag. Frau BrĂŒllen fragt das einmal im Monat, immer am 5., und ich mach da einfach mit.

Tagebuchbloggen am 5. Juli

Was machst du eigentlich den ganzen Tag?, fragt Frau BrĂŒllen an jedem 5. des Monats.

Eigentlich wollte ich vor Tagesanbruch die KĂŒhle nutzen, doch Max, mein lieber Schweinehund ließ mich erst erwachen, als die Sonnenstrahlen bereits auf meiner Nase tanzten. Dann eben nicht.

Zeitung

Zeitung

Den Kaffee gibt es mit Zeitung: Ich lese den Artikel von Slavoj ĆœiĆŸek in der Zeit: „Was ist jetzt noch links“, wĂ€hrend vor dem Fenster die Elstern lĂ€rmen. Gestern habe ich noch eine SchĂŒssel mit Wasser fĂŒr die Vögel auf den Balkon gestellt, heute ist sie leer. Und das, obwohl der Nachbar gestern mit seiner Beregnungsanlage ein richtiges Regenfest fĂŒr die Spatzen veranstaltet hat.

Als der Lieblingsmann die Brötchen holt, jammert die BĂ€ckersfrau ĂŒber die Hitze und darĂŒber, dass sie am liebsten im Laden geschlafen hĂ€tte, weil dort der einzige klimatisierte Raum im Haus sei.

Serenade

Serenade

Ich schreibe noch schnell ĂŒber die Serenade vom Freitagabend. Die FĂŒĂŸe stecken dabei in einer SchĂŒssel mit kĂŒhlem Wasser, die unter dem Schreibtisch steht. An diesem Abend spielte ein kleiner Junge selbstvergessen in dem Teich, aus dessen Mitte sonst eine FontĂ€ne sprudelt und wurde – das vermute ich jetzt einfach mal – von den meisten Zuschauern rund um den Teich beneidet.

Zum Mittag Salat. Viel zu viel Salat. Aber sehr gut: GrĂŒner Salat, Gurke und Paprika in StĂŒckchen, geschnittene Pfirsiche und Erdbeeren, geschmorte Möhren- und Champignonscheiben, SchafskĂ€se und Salatsauce.

Flohmarkt

Flohmarkt

Eine kurze Fahrt, zwei Dörfer weiter: Dort sitzen Menschen in ihren GĂ€rten und Garagen, haben Tand und Tinnef auf Tapetentischen versammelt und warten auf KĂ€ufer. Das alte Geschirr, das sie zur Konfirmation geschenkt bekam, möchte eine Ă€ltere Frau jetzt endlich loswerden. Wenn es keiner haben will, kommt es in die Tonne, kĂŒndigt sie an – doch ich nehme nichts mit.

Auf der RĂŒckfahrt blĂ€st der Fahrtwind glutheiß durch das Autofenster. Das erinnert mich an die ErzĂ€hlung: „Die Regentrude“ von Theodor Storm. „Die Luft ist lauter Feuer“, lĂ€sst Storm die Heldin unter der Hitze stöhnen. Er schrieb das MĂ€rchen einst in der Stadt, in der ich – Jahre spĂ€ter, versteht sich – die Oberschule besuchte.

Als Bilder und Text in der Redaktion sind, gibt es zur Belohnung Kaffee und Ruhe. Ich lese ein wenig herum und ĂŒberlege, wie sich Amazon das so vorstellt: Die Autoren werden ab jetzt nach gelesener Seite bezahlt. Ich nehme aber an, dass der KĂ€ufer – auch wenn er das E-Book nicht lesen sollte, trotzdem den ganzen Preis bezahlen muss. Oder? Was passiert eigentlich dann mit dem Überschuss, dem Rest, dem, was beim Kauf bezahlt wird, aber nicht beim Autor ankommt?

Wenn ich mir ein Auto kaufe, bezahle ich dem AutohĂ€ndler ja auch den geforderten Preis. Bezahlt der dann – je nach gefahrenen Kilometern – den Hersteller? FĂŒr ein Auto, das nur in der Garage steht und nicht gefahren wird, kriegt der Hersteller dann nichts?

Vielleicht sollte ich mir das mal von jemandem erklÀren lassen, der von Wirtschaft mehr versteht, als ich.

Ich fahre lieber mit dem Lieblingsmann auf den Keller. Dort ist auch eine Wirtschaft.

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Wandertafel am Parkplatz

ErgĂ€nzung: Wir fahren auf den Kreuzberg, und gehen dort auf den Lieberth-Keller. Das ist der kleine Keller in der Mitte, der uns ohnehin am sympathischsten ist. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Keller sehe ich, dass die Schuhe, die neulich schon an der Wegtafel standen, immer noch stehen: „Wanderer, kommst du nach Sparta, verkĂŒndige dorten, du habest Uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl.“

 

 

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Schuhe zu FĂŒĂŸen der Wandertafel

Ein Stieglitz hĂŒpft unter den BierbĂ€nken und sucht nach Futter. Fliegt auf, als ein PĂ€rchen kommt: Sie in weiß-blond, mit Doppelkinn und Dreifachbauch im kleinen Schwarzen. Eng, selbstverstĂ€ndlich – und mit Pailletten am Ausschnitt. Er in brauner Tarnfleckhose, knielang, mit Aufschrift „Dragon Star“.

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Bier auf dem Keller.

Am Nebentisch mahnt die Frau ihren Mann, der vor einem Teller mit Pommes und Schaschlik sitzt: „Brauchst dich nicht so zu beeilen, isst dir keiner was weg!“

Tagebuchbloggen am 5. Juni

Was machst du eigentlich den ganzen Tag – oder kurz: wmdedgt? Das fragt Frau BrĂŒllen an jedem 5. des Monats. Mein Tag heute:

Um fĂŒnf ist die Nacht zu Ende. Draußen krakeelen die Spatzen und ich bin wach. Da stehe ich lieber auf, als weiter im Bett zu liegen. Eine Tasse mit Glaubersalz – schmeckt nicht, ist aber nĂŒtzlich, wenn ich eine Woche fasten möchte. Das mache ich gelegentlich – aus mehreren GrĂŒnden. Damit sich der fiese Geschmack im Mund wieder verzieht, koche ich mir hinterher noch eine große Tasse Kaffee und lese Zeitung, wĂ€hrend ich den Kaffee trinke. In der KĂŒche höre ich den Fröschen zu, die zwei GrundstĂŒcke weiter den Gartenteich bevölkern und ein Morgenkonzert geben.

Dann setze ich mich an den Laptop, der frĂŒhe Vogel ist auch schon da. Die Kohlmeise hat entdeckt, dass seit gestern wieder ein Meisenknödel im FutterhĂ€uschen liegt, fliegt diesen gewissermaßen im Minutentakt an, pickt den Schnabel voll und startet wieder. Der Nachbar von gegenĂŒber kommt mit einem Koffer aus seiner TĂŒr. Hurra: Jetzt brauche ich mir – wenigstens fĂŒr eine Weile – nicht mehr die FingerĂŒbungen auf dem Keyboard anzuhören. Da der Nachbar dabei immer sein Fenster offen lĂ€sst, haben alle etwas davon. Vielleicht sollte ich einfach nur froh darĂŒber sein, dass er kein Geld dafĂŒr haben will? Ich weiß es nicht.

Ich sitze an meinem ersten Text, da dröhnt das MĂŒllauto durch die Straße und die beiden MĂŒllmĂ€nner poltern mit den MĂŒlltonnen vom BĂŒrgersteig hin zum Auto, dann hebt die Mechanik die Tonne hoch – fzschsch – anschließend wird die Tonne wieder zurĂŒckgerumpelt. Ganz nach dem Motto: Nur dort, wo Krach und Dreck entstehen, wird auch richtig gearbeitet. Gut. Dann arbeite ich eben nicht richtig, schreibe allerdings trotzdem weiter. Die Deadline grinst schon.

Zwei Stunden weiter sind bereits zwei Texte fertig. Ich bin ganz stolz auf mich und belohne mich mit einem PĂ€uschen, mache mir einen Tee, lese Zeitung und höre zu, wie es in meinem Bauch gluckst und gluckert. Huh. Mir fĂ€llt ein, dass ja gestern – trotz Feiertag – die GemĂŒsekiste kam. Da muss ich nachher aussortieren, in: Kommt in den KĂŒhlschrank und wartet auf die Lieblingshausziege und in: Muss ich verarbeiten und einfrieren. Fasten heißt ja, nichts essen. Auch wenn ich damit nicht das GemĂŒse davor bewahren kann, dass es sich ein weißes Pelzchen ĂŒberzieht. Achja: Weiter mit dem nĂ€chsten Text, damit bis Mittag alles geschafft ist.

Zwölf Uhr mittags: Fertig mit der Arbeit. Jetzt geht es in die KĂŒche, GemĂŒse putzen und verarbeiten. Auf dem Balkon ist es mir um diese Zeit entschieden zu heiß. Also: Jalousien runter. Dann ist es zwar dunkel, bleibt aber kĂŒhl. Ich mache mir noch einen Tee, und fange mit der KĂŒchenarbeit an.

Ein Uhr: PĂŒnktlich zum Beginn der Mittagsruhe fĂ€ngt der Nachbar, mit dem wir hier und hier schon viel Freude hatten, damit an, die PfĂ€hle fĂŒr seinen neuen HĂŒhnerstall mit einem kleinen RĂŒttelfrosch und viel Krach in die Erde zu rammen. Toll. Vermutlich ist er dann bis drei Uhr nachmittags damit fertig. Dabei ist er gar kein Maurer, sondern Steinmetz, brĂ€uchte also gar nicht pĂŒnktlich zu arbeiten. *fingerindieohrenstopf* So. Gulasch ist eingefroren, die dicken Bohnen mĂŒssen noch abkĂŒhlen, der Spitzkohl ebenso.

Da ich mich heute – glaubersalzbedingt – immer wieder auf der Toilette aufhalte, habe ich fĂŒr die Fastenzeit zwei schöne KochbĂŒcher als passende LektĂŒre ausgesucht. Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, wie viel Zeit ich plötzlich habe, wenn sowohl das Kochen, als auch das Essen selbst einfach wegfĂ€llt. Ich habe Zeit – und putze eben mal das Fenster der Lieblingshausziege und hoffe einfach, dass sie sich darĂŒber freut, wenn sie wieder zu Hause ist. Auf dem Balkon stehen noch zwei Töpfchen mit FreugemĂŒse, die darauf warten, dass ich sie in die BalkonkĂ€sten an den Stellen einpflanze, wo es inzwischen – saisonbedingt – die ersten LĂŒcken gibt: SĂ€mtliche Hornveilchen und StiefmĂŒtterchen haben nĂ€mlich jetzt endgĂŒltig beschlossen, dass es ihnen mit BlĂŒhen reicht.

ZurĂŒck am Laptop stĂŒrmt neben mir eine dicke Fliege immer wieder auf das Fenster ein, und haut sich den Kopp an. Ob die irgendwann kapiert, dass sie Glas so nicht zum Platzen kriegt? Solange sie mich nicht weiter belĂ€stigt, außer ihrem ssssss-bong, lasse ich die Fliegenklatsche noch in der KĂŒche. Aber wenn, dann wehe! Puh. (Hab ich schon gesagt, dass es heute heiß ist, ich meine: Richtig heiß, so mehr als 30 Grad im Schatten. Da gehe ich doch nicht raus, jedenfalls jetzt noch nicht.)

Der Blattspinat ist auch schon in der Pfanne vorbereitet, wird gleich in ein Plastiktöpfchen gesperrt und anschließend – abgekĂŒhlt, versteht sich – in das ewige Eis versenkt. Jetzt ist genau die richtige Gelegenheit, in der KĂŒche den Boden zu wischen: Wenn niemand kocht, wird schließlich auch nicht so schnell wieder etwas dreckig, logisch. Zwischendrin hat der Postbote geklingelt, und zwei Pakete abgegeben. In dem großen Paket sind die Kugelauflagen fĂŒr die Autositze drin, das ist genau richtig bei diesen Temperaturen. Und im kleinen Paket sind zwei Stöffchen drin, eines fĂŒr mich und eines fĂŒr die Lieblingshausziege, außerdem ein GarnknĂ€uel fĂŒr Socken. Damit ist mein Programm fĂŒr heute beschlossen: Schnitt raussuchen, zuschneiden, nĂ€hen. Oder so. Viel Spaß allen anderen noch bei: wmdedgt aka: Was machst du eigentlich den ganzen Tag.

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Ein Samstag, einfach so

Garten

Verregnete Erdbeerpflanzen

Gerade waren die Erdbeerpflanzen ganz frisch vom Unkraut befreit, schon regnete es und der Islandmohn rollte seine BlĂŒten einfach ein und bastelte spitze TĂŒten daraus.

Ein paar Minuten spĂ€ter schien die Sonne und ich konnte noch den letzten leeren Blumenkasten auf dem Balkon mit Petersilie und Schnittlauch bepflanzen. So brauche ich nicht weit zu gehen, wenn auf dem Butterbrot einfach GrĂŒnzeug liegen soll.

Das Kind nĂ€ht sich eine neue Lieblingshose fĂŒr zu Hause, eine ganz bequeme. Leider haben sich die Ösen irgendwohin verkrochen, so dass sie heute noch nicht damit fertig werden kann.

Da der untere Bewohner des Hauses gestern ein Reh mitgebracht hat, gab es heute Mittag dessen Innereien: Die Leber in Cassis, Herz und Nierchen in Rotwein geschmort und die Lunge lieber fĂŒr die Katz. Dazu Reis und Salat.

Kind kuckte Film, ich besuchte noch ein Chorkonzert und Blasmusik und der Tag klang völlig unspektakulĂ€r aus, so wie er schon den ganzen Tag war: Ein ganz normaler Samstag, ruhig, friedlich und ganz gelassen. Neuerdings tummelt sich ĂŒbrigens nicht nur das uns schon wohlbekannte BlaumeisenpĂ€rchen am Meisenknödel, sondern sogar ein Spatz.

Tagebuchbloggen: 5. Mai

Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Als ich aufstehe, juckt mir das ganze Fell: Ein schlimmer Anfall von Urticaria (Nesselsucht) lĂ€sst mich aussehen, als hĂ€tte ich meine Nacht in einem Bett voller Brennnesseln verbracht. Das juckt! Ich gehe duschen, so kalt es nur geht, rubbele nicht zu viel an mir herum und ziehe einfach ein leichtes Kleid ĂŒber. Schließlich soll es heiß werden und diese Juckerei ertrage ich besser, wenn es kĂŒhl ist. Woran das liegt? Keine Ahnung. Es kommt immer mal, glĂŒcklicherweise im Abstand von mehreren Jahren, und ist etwa nach drei Tagen wieder vorbei.

Zeitung lesen, Mails lesen, Blogposts lesen, Kaffee trinken: Dann muss ich schon los. Ich habe einen Termin beim Amtsgericht, ĂŒber den ich berichten soll. Ein knapp zwanzigjĂ€hriger, der mit seinem Fusselbart, dem Sweatshirt mit Kapuze und den Turnschuhen mit pinkfarbenen Sohlen ein bisschen aussieht, wie ein zu groß geratener TeddybĂ€r, hat Menschen beleidigt und bedroht, sagt die Anklage. Er erzĂ€hlt seine Version des spĂ€ten Abends, die Zeugen ihre. In einer Verhandlungspause, in der sein Anwalt mit der Richterin darĂŒber verhandelt, wie weiter verfahren werden soll, umarmt er seine Mutter, legt die Arme um sie und schmust mit ihr. Immerhin finanziert sie ihm sein Leben, da er weder Arbeit hat, noch irgendwelches Geld, dafĂŒr aber heute schon die achte Gerichtsverhandlung. Er bekommt eine BewĂ€hrungsstrafe, mit etlichen Auflagen. Die Richterin versucht ihm zu erklĂ€ren, dass sie ihn beim nĂ€chsten Mal einsperren lĂ€sst, auch wenn sie nicht glaubt, dass das etwas nĂŒtzt.

Kurz ein paar Dinge einkaufen, wieder nach Hause, wieder das leichte Kleid anziehen, schreiben. Wenn ich mich auf andere Dinge konzentrieren kann, ist das juckende Fell leichter zu ertragen. Das Kind kommt aus der Schule, und macht uns schnell was zu essen, weil ich bis jetzt keine Zeit dazu hatte: Reis mit FischstĂ€bchen gibt es. Auf die FischstĂ€bchen bekam ich einfach Lust, als ich einkaufen war. Das kommt vor. Weiterschreiben, gelegentlich das juckende Fell mit kaltem Wasser kĂŒhlen – das hilft – und dem MeisenpĂ€rchen dabei zusehen, wie sie den Meisenknödel im FutterhĂ€uschen langsam vertilgen. Ich glaube, die fĂŒttern ihre Jungen im Nest damit. Nur sehr gelegentlich lĂ€sst sich mal ein Spatz am Futterhaus blicken.

Weiter schreiben. Das lenkt einigermaßen ab. Zwischendrin kommt die Katze und drĂ€ngt sich zwischen Tastatur und Monitor, weil sie Beachtung und Streicheleinheiten braucht. Nach einer Weile hat sie genug, setzt sich auf das NĂ€hkĂ€stchen, das immer noch auf meinem Schreibtisch steht und versucht, den Deckel mit der Pfote zu öffnen, auf dem sie gerade sitzt. Eigentlich wollte ich ja ein Lesekissen nĂ€hen, das Innenleben liegt auch fertig genĂ€ht vor mir. Ich bin nur mit der FĂŒllung noch nicht zufrieden. Mal sehen, was mir da einfĂ€llt. Die Katze liegt jedenfalls ganz gerne auf den zwei Kilo Getreide, die ich ins Innenleben gekippt habe. Leider brĂ€uchte ich mehr davon, dann wird mir das Kissen aber zu schwer. Wenn also irgendjemand eine Idee hat, bitte her damit.

Schnell noch ein Brot essen und noch einmal ausgehfertig umziehen. Schließlich muss ich noch zur Gemeinderatssitzung. Vor zwei Wochen wurden die Gemeinderatsvertreter mit ihrer Sitzung nicht fertig, also gibt es heute den zweiten Teil der noch offenen Tagesordnungspunkte. Hoffentlich brauchen sie nicht wieder so lange. Drei Stunden sind konzentrationstechnisch schon ziemlich lang. Immerhin muss ich ja wenigstens die Bemerkungen notieren, mit denen sich die einzelnen Fraktionen ihre Argumente um die Ohren werfen. Als ich nach dem öffentlichen Teil der Sitzung schnell nach Hause fahre, ist es schon dunkel.

Das Kind kniet bĂ€uchlings auf dem Sofa und schreibt einen Brief mit Feder und Tinte an die beste Freundin, der Lieblingsmann guckt am Laptop den „Faust“ in der Inszenierung mit Gustaf GrĂŒndgens. Dazu hat er die Kopfhörer vom Kind auf, so kommen sie sich gerĂ€uschtechnisch weniger ins Gehege. Zwar hat das Kind auch ein eigenes Zimmer, in dem sogar ein Schreibtisch steht, doch da sie nach ihren eigenen Angaben ein Gesellschaftstierchen ist, ist sie eigentlich immer da, wo wir auch sind. Sehr nett.

Ich dagegen trinke schnell noch ein Glas Wasser, ziehe mein Nachthemd an, lege mich ins Bett und hoffe, dass das Buch, das neben dem Kopfkissen liegt, spannend genug ist, so dass ich irgendwann trotz des juckenden Fells einfach einschlafen kann.

Wer wissen will, was andere Blogger den ganzen Tag lang machen, guckt einfach bei Frau BrĂŒllen vorbei. Da beschreiben noch viele ihren Tag unter dem Motto: Was machst du eigentlich den ganzen Tag, oder WmdedgT?

Tagebuchbloggen

KĂŒrzlich habe ich entdeckt, dass ich bei Frau BrĂŒllen unter der Rubrik: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“, hĂŒbsch abgekĂŒrzt unter: WMDEDGT, viele Menschen einfach aufschreiben und verlinken, was sie den ganzen Tag lang so machen. Da das besonders bei jemandem wie mir, der gefĂŒhlt den ganzen Tag am Laptop Texte schreibt, so aussieht, als mache ich nichts, beteilige ich mich heute mal daran.

Gestern Abend hatte ich zwei Termine: Erst eine Jahreshauptversammlung vom Obst- und GemĂŒsebauverein. Die war schneller zu Ende, als ich gehofft hatte, und so war ich fĂŒr meinen zweiten Termin etwas zu frĂŒh dran und musste warten, bis die Taucher aufgetaucht und in der Pizzeria angekommen waren.

Dank dieser Termine kam ich gestern etwas spĂ€ter ins Bett, als gewöhnlich – und als der Wecker klingelte und die Lieblingshausziege zum Wecken kam, drehte ich mich noch ein paar Minuten auf die andere Seite. Im Gegensatz zu den beiden, die noch hier wohnen, muss ich ja nicht pĂŒnktlich in einer Schule oder an der Arbeit sein. Aber nicht lange, dann fiel mir ein, was heute alles noch erledigt werden wollte – und so war ich doch mit einem Hupf aus dem Bett.

Einen großen Kaffee getrunken, etwas Zeitung gelesen, gewartet, bis ich mit der Katze allein in der Wohnung bin und dann habe ich erst einmal den Ofen angefeuert, den Computer hochgefahren und mit Schreiben angefangen: ZunĂ€chst den Text ĂŒber die Sitzung des Gemeinderates, der noch nicht ganz fertig war, den Text ĂŒber die Jahreshauptversammlung und dann zwei Blogtexte fĂŒr eine GebĂ€udereinigungsfirma.

Zwischendrin geduscht, Katze gestreichelt, die frisch gelieferte GemĂŒsekiste nach oben geholt, ordentlich angezogen und zum Termin in die Bank: Hier bekam ich erzĂ€hlt, wie deren Bilanz im vergangenen Jahr war, darĂŒber muss ich dann aber erst morgen schreiben. Hoffte ich. Wieder nach Hause, einen Apfel essen, zurĂŒck an den Laptop. Noch einen Blogtext fĂŒr die GebĂ€udereinigungsfirma. Jetzt sind es nur noch vier – von insgesamt 13.

Zwischendrin war es lĂ€ngst Mittag und der Lieblingsmann kam von der Arbeit nach Hause. Heute hatte ich es allerdings noch nicht geschafft, das Essen vorzubereiten. Da in der GemĂŒsekiste ein schöner frischer Salatkopf ist, sollte es diesen heute geben. Da der Lieblingsmann sah, dass ich am Tippen bin, fing er an, den Salat zu basteln. Ich roch schon die gebratenen SpeckwĂŒrfelchen, linste in die KĂŒche und sah: Ich irrte mich. Es wurden Schinkennudeln vorbereitet. Das ist immerhin ein von den Teenies sehr geschĂ€tztes Futter, wenn die Lieblingshausziege mit ihrem Schahatz kommt, wird ordentlich gespachtelt und nicht am Essen gemĂ€kelt.

Weiter an den Texten. Noch vor dem Mittag wurde einer fertig: Jetzt waren es nur noch drei. Inzwischen klapperte in der KĂŒche das Besteck. Ich hatte inzwischen auch ordentlich Hunger. Einen Salat gab es trotzdem, zu den Schinkennudeln. Nur die Lieblingshausziege kam nicht. Da hab ich wohl wieder nicht hingehört, als sie ganz genau und detailliert erklĂ€rt hat, wo sie wann ist und wo nicht. Also stiefelte der Napf mit den ganzen Nudeln zurĂŒck in den Herd, schließlich sollte die Katze ihr eigenes Futter fressen.

Der Lieblingsmann sauste wieder fort, ich rĂ€umte die KĂŒche noch ein bisschen auf und bereitete mir einen Espresso, gegen das Fresskoma. Immerhin waren die Nudeln wirklich lecker. Da mir beim Schreiben die Sonne den Pelz gewĂ€rmt hatte, vergaß ich glatt, rechtzeitig Holz aufs Feuer zu legen. Also legte ich ein StĂŒck Holz auf, und hoffte, dass es wieder anbrennt. Tat es nicht. Ich legte die leere Nudelpackung unter das angekokelte HolzstĂŒck – und hoffte wiederum. Doch, das Feuer fing wirklich wieder etwas an zu flackern. Auf in den Endspurt: Noch zweieinhalb Texte.

Zwischendrin meldete sich das Taschentelefon und möchte, dass ich die Akkus wieder auflade. Gerne doch. Noch anderthalb Texte.

Draußen der Himmel war schön blau, ich wĂ€re gerne rausgegangen. Wenigstens fĂŒr ein halbes StĂŒndchen. Doch ich bin noch nicht fertig. Noch einen Text.

BĂ€h. Langsam zogen dicke graue Wolken ĂŒber den Himmel. Menno. Ich wollte doch noch raus. Noch zweihundert Wörter.

frÀnkischer tag 1423

Enten? GĂ€nse? Egal.

Zwanzig vor fĂŒnf: Endlich geschafft. Schnell umziehen und nichts wie raus. Ich brauchte dringend Auslauf. Das Foto zeigt auch, dass Sensor putzen angesagt wĂ€re. Leider habe ich das noch nie gemacht. Weiß jemand, wie ich das machen sollte?

Die Lieblingshausziege war immer noch nicht da. DafĂŒr wollte die Katze auf meinen Arm zum kuscheln. Der Tag war dann bald zu Ende, es gab Abendbrot und noch einen Termin: Jahreshauptversammlung beim Sportverein.