Zehn Jahre Leben

Vor anderthalb Jahren zog ich nach Franken – das war fĂŒr mich und die Lieblingshausziege ein erfreulicher Neubeginn in vielerlei Hinsicht. Was mir daran sehr gefĂ€llt, ist die Urlaubsstimmung, die weiterhin anhĂ€lt: Ich ziehe immer noch kreuz und quer durch Franken, manchmal sogar ein wenig ĂŒber die Grenzen hinaus, entdecke dabei so viele schöne TĂ€ler, StĂ€dte, Kirchen, Berge, Höhlen, Dörfer, Klöster, BĂ€ume, dass ich mich ernsthaft frage, ob ich jemals wieder woanders Urlaub machen sollte. Ich werde hier ja gar nicht fertig mit wandern und gucken…

Dazu kommen die Menschen, die ich hier inzwischen kennengelernt habe: Ob Ironblogger, Bookcrosser oder Wortwerker – ĂŒberall war ich herzlich willkommen, auch wenn ich nicht zu jedem Treffen kommen kann. Schön ist das. Auch wenn ich nicht immer alle – vor allen Dingen die Ă€lteren – Franken verstehe, weil frĂ€nkische Zungen schon sehr speziell sein können, die Integration ist gelungen. Denke ich mal.

Miris Kleid 032

Vor einem Jahr fing es an…

Vor einem Jahr war ich mit meiner Begleitung fĂŒr ein Wochenende im Kloster MĂŒnsterschwarzach. Dort gibt es eine Buchhandlung… und ich könnte jetzt endgĂŒltig ins SchwĂ€rmen kommen, wie sehr ich mich in einer gut sortierten Buchhandlung verlieren kann. Gefunden habe ich an diesem Wochenende dort einiges, wie das Buch: „Zehn Jahre Leben“: Ein Kalender fĂŒr zehn Jahre ist das: FĂŒr jeden Tag gibt zwar nur wenig Platz, der reicht aber fĂŒr kurze Notizen aus. Begonnen im vergangenen Jahr am 1. Dezember sind wir jetzt im zweiten Jahr angekommen und vergnĂŒgen und immer wieder an den Erinnerungen, die sich sonst lĂ€ngst verkrĂŒmelt hĂ€tten. Manchmal steht drin, was es zu essen gab, manchmal auch, wo wir gelaufen sind und was sonst an diesem Tag so wichtig war. Kleinkram eben. Wenn ich unterwegs bin und Franken entdecke, habe ich ohnehin einen Block dabei, in dem ich alles notiere, was mir unterwegs so auf- und einfĂ€llt.

HĂ€tte ich mal eher machen sollen. Habe ich aber nicht. Weil ich nicht wusste, dass es so einen Kalender gibt. Macht aber nichts. Es war gut, einfach so damit anzufangen, so ganz ohne Anlass oder Vorsatz. Und ich nehme mal an, dass dieser einen Nachfolger bekommt, wenn die zehn Jahre darin mit Leben gefĂŒllt sind.