Kein Berg, nirgends. Nur Schnee.

Einmal, als G. nachts zwischen den H├Ąusern lief, in denen seine Kameraden schliefen und seine Blicke weit ├╝ber den Schnee schweifen lie├č, immer in der Angst, dass sich Partisanen von hinten leise anschleichen, erinnerte er sich an ein M├Ąrchen, dass ihm seine Mutter erz├Ąhlt hatte, als er noch klein war und unter ihrem N├Ąhtisch gespielt hatte. Es handelte davon, dass ein junger Mensch in einen Berg hineinging, sich durch einen Spalt gezw├Ąngt hatte, der pl├Âtzlich offen vor ihm war. Drinnen lief er eine Weile umher, bewunderte das Glitzern an den W├Ąnden, hielt die Kristalle f├╝r Edelsteine. Er raffte so viele, wie er kriegen konnte, in seine Taschen und legte sich, da er m├╝de war, zum Schlafen nieder. Als er aufwachte, packte er alles zusammen und ging wieder ins helle Tageslicht zur├╝ck. Das Tal war gr├╝n, die Schmetterlinge torkelten nektartrunken von Bl├╝te zu Bl├╝te, die Bienen und Wespen summten eifrig und das Gr├╝n d├╝nkte ihm so ├╝ppig, wie er es noch nie gesehen hatte.

Doch hier gab es rundum keinen Berg, G. ging den Pfad entlang, den er gemeinsam mit seinen Kameraden gegraben hatte. Zu beiden Seiten bildete der Schnee eine Brustwehr, ├╝ber die er zwar weit ├╝ber die Ebene sehen konnte, aber auch gut f├╝r die Russen zu sehen war. Gestern stand Fritz noch gegen den Schnee gelehnt, als hielte er Ausschau. Der Einschuss war kaum zu sehen. Der Spie├č br├╝llte die Soldaten an, wachsam zu sein und jagte sie hinaus, in die Weite, wo sie auf der Suche nach Partisanen zwischen Birkenst├Ąmmen herumstolperten.

Das ist mein Februarbeitrag für das #txt-Projekt bei Dominik: Link

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